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Vorwort
Wer vor 50 Jahren mit der Bahn von Görlitz nach Berlin fuhr oder von Forst nach Leipzig, der konnte sich getrost in der Ecke seines Abteils ein Schläfchen gönnen. Es gab nicht viel Veranlassung, zum Fenster hinauszuschauen. Keine Schluchten und Viadukte, sondern Felder, Heide und Wald, verlassene Dörfer und dann und wann eine Kreisstadt.
Wer vor 150 Jahren zwischen Görlitz und Berlin eine katholische Kirche suchte, machte sich vergeblich auf die Reise. Es gab keine, nicht einmal in Görlitz. Jauernick, Wittichenau, Neuzelle und Berlin waren Nachbarpfarreien!
Da ist in den letzten Jahrzehnten manches anders geworden: Schornsteine, Braunkohlengruben, Kühltürme, Werkbahnen und neu gewachsene Städte. Wo Menschen sich ansammeln, wächst auch Kirche: Pfarreien entstanden, Gotteshäuser wurden gebaut, kirchliches Leben suchte sich seine Formen. So ist dos heut! Dieses Buch ist in Wort und Bild der Gegenwart verpflichtet. Es wird bewußt auf Darstellung der Vergangenheit, auf geschichtlichen Rückblick verzichtet. Mögen unsere Brüder und Schwestern, die in der Diaspora der Apostolischen Administratur Görlitz leben, sich in den einzelnen Kapiteln des Buches wiederfinden. Möge das Buch Freude am Glauben schenken. Möge es den Dank für alle zum Ausdruck bringen, Priestern und Laien, die heut und vor uns in der »Kirche zwischen Neiße und Spreewald« tatkräftig mitarbeiteten und bis zur gegenwärtigen Stunde als Christen ihren Glauben bezeugen.
Görlitz, im Advent 1977
Bischof