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Das zierliche und lebhafte, doch eher unscheinbare vierjährige Mädchen trat zum König und versuchte, seinen Rock zu erreichen. Man hatte es dazu angehalten, als Zeichen der Ehrerbietung den Gewandsaum älterer Leute von Stand zu küssen, aber der Rock des untersetzten, rotgesichtigen Mannes mit dem ernsten Blick war zu kurz. Über die regelmäßigen Züge des Kindes glitt ein mißbilligender, fast verächtlicher Ausdruck. Die ungewöhnlich großen, hellen blauen Augen, die von Intelligenz und Empfindsamkeit zeugten, richteten sich auf den König, ohne sich von dessen herrscherlichen Strenge einschüchtern zu lassen. Dann aber drehte sich das Mädchen um und ging dorthin zurück, wo Mutter und Großtante warteten.
»Weshalb trägt der König einen so kurzen Rock?« fragte es, und seine Stimme war gut zu hören in dem großen Saal mit den hohen, bemalten Decken. »Er ist doch reich genug, um einen längeren zu haben!«
Der Mutter war äußerst unbehaglich zumute. Nur allzu deudich spürte sie, daß die versammelten Würdenträger - Offiziere, Kammerherren, elegante adlige Damen, ganz zu schweigen von dem Oberhofmeister mit seiner mächtigen Perücke und dem langen Stab in der Hand, den Lakaien in ihren festlichen samtenen Livreen, aber auch ihre Großmutter, die Fürstin - gespannt darauf warteten, was sie ihrer Tochter antworten würde. Sie schwieg.