Bővebb ismertető
Kein Bildhauer der Gegenwart hat ein so starkes Echo hervorgerufen wie Henry Moore. Seine Werke faszinieren und beunruhigen. Wie alle große Kunst sind sie Formereignis und Ausdruck in einem. Ihre handwerkliche und formale Meisterschaft ist unbestritten. Ihre weltweite Wirkung aber resultiert noch aus anderen Gründen. Moores Formen und Motive künden unbewußt von der Situation des Menschen heute, spiegeln den Zeitgeist unserer Epoche. Das moderne Existenzgefühl findet in ihnen elementare Gestalt. Deshalb gehen von ihnen ähnlich erregende Impulse aus wie von den Schöpfungen Picassos. Anders als Picasso, dem Proteus der Moderne, beschränkt sich Moore in seinem Sdiafien formal und motivisch auf einen enggezogenen Themenkreis. In seinen Skulpturen und Zeichnungen gibt es nur wenige, stets wiederkehrende Leitmotive. Zu ihnen gehören in erster Linie die »reclining figures«, liegende oder vielmehr zurückgelehnt aufgestützte, breitgelagerte weibliche Figuren, die von Mulden und Löchern vielfältig durchbrochen werden, außerdem die Konfigurationen von »Mutter und Kind« und »Familie«, zu denen auch die Madonnen und die »King-and-Queen«-Gruppe zu rechnen sind, und schließlich das Thema der ineinander verschränkten »inneren« und »äußeren« Form, mit dem die Variationen zum »Heimet Head« und überhaupt die Motive Helm, Schild und Mantelfigur eng zusammenhängen. Diese schnell aufgezählten Themen bilden gleichsam Moores »Archetypen«, und tatsächlich haftet ihnen etwas Vitales, Elementares, Archetypisches an. Form und Bedeutung sind in ihnen identisch geworden, und im optischen und haptisdien Nadivollziehen ihrer Formwerte enthüllt sich ihr metaphorischer Gehalt. Asymmetrisch-organische Formen von Schlucht, Schlund, Höhle, Krater, Torbogen und Introitus