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Die veränderte Lage
Jede neue junge Generation ist ein Versuch des Schicksals, eine von der Geschichte aufgegebene Form zu verwirklichen. Welchen Auftrag hat die junge BildhauersGeneration erhalten? Welche Aufgaben werden ihr heute gestellt? Welche Aufgaben stellt der einzelne sich selber? Und wie löst er sie?
Die Bildhauer, die hier erscheinen, sind fast alle zwischen 1900 und 1910 geboren. Sie gehören zur „Kriegsjugendgeneration". In der Kindheit haben sie die Erschütterungen des Krieges verspürt. Zusammenbruch, Inflation, wirtschaftliche Nöte waren die Ereignisse ihrer Entwicklungsjahre. Sie wuchsen in einer Zeit auf, in der der Boden unterhöhlt wurde, in der aber zugleich auch schon der Wille nach einer Generalbereinigung und Ge* winnung neuer gültiger Lebensgrundlagen lebendig war.
Und diese geschichtliche Lage ist für die Bildung der Persönlichkeit nicht ohne Bedeutung. Jede Zeit bringt ihren besonderen Typus von Per« sönlichkeit hervor. „Ein jeder, nur ein Jahrzehnt früher oder später geboren, dürfte, was seine eigene Bildung und Wirkung nach außen betrifft, ein ganz anderer geworden sein", sagt Goethe einmal.
Und vor zwanzig Jahren etwa waren die allgemeinen wie besonderen Bedingungen für den Bildhauer völlig anders. Damals drängte eine „neue Jugend" nach vorne, die allen Raum für sich beanspruchte und in betontem Gegensatz zu den Alten stand. Es gab ein wirbelndes Durchs und Gegen* einander von „Richtungen" aller Art. Der Individualismus wurde oft bis zum Paradox und zur Absurdität getrieben. Es erfolgte der Bruch mit der Tras dition. Man wollte eine „neue Plastik" heraufführen. Auch ein Teil der älteren Generation begann zu zwitschern, wie die Jungen sangen. Aber die „neue Plastik" kam nicht. Doch deutete jener chaotische Zustand, in dem eine von äußerer und innerer Dynamik getriebene Zeit an den Abgründen vorbeilavierte, bereits auf den Beginn einer Wandlung.
In die Plastik selber konnten die auflösenden Tendenzen nicht in solchem Maße eindringen wie in die Malerei. Das hängt mit ihren Eigens Schäften zusammen. Sie enthält mehr Schutzmittel und weniger Gefährs düngen als die Malerei. Sie ist handwerklich weitaus gebundener.
Zum ersten Male kam der Begriff „junge Kunst" als Schlagwort zur Zeit des Jugendstils auf. Über diese eigenartige und aufschlußreiche Bes
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