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Was ist Jiu-Jitsu?
Der große Krieg und die darauffolgende sogenannte Entwaffnung und nicht zuletzt auch einige Bestimmungen des Friedensvertrages haben es mit sich gebracht, daß in letzter Zeit für waffenlose Selbstverteidigung besonderes Interesse gezeigt wird. Unter den vielen Sportzweigen, welche man unter dem Namen Kampfsport zusammenfaßt, sind eigentlich nur zwei Arten geeignet, wirklich zur Selbstverteidigung und als Waffe gegen einen Gegner, welcher sich an keine Kampfregeln oder sonstige Bestimmungen hält, zu dienen.
Es sind dies das Boxen und Jiu-Jitsu.
Die Ansichten über die Wirksamkeit dieser beiden Verteidigungsarten gegen einen oder mehrere Angreifer sind sehr verschiedene. Fest steht aber die Tatsache, daß ein kleiner, schwächlicher Mann, ja sogar eine schwache Frau, mit Hilfe von Jiu-Jitsu-griffen leicht und mühelos tätliche Angriffe gegen den eigenen Körper abzuwehren imstande ist und im gegebenen Moment auch einen Angriff auf eine andere Person mit Erfolg durchführen kann, auch wenn der Gegner an Körperkraft bedeutend überlegen sein sollte.
Das Wort Jiu-Jitsu bedeutet ungefähr sanfte oder weiche Kunst und stammt aus dem Japanischen. Wir verstehen darunter eine Anzahl von Kunstgriffen, deren wesentlichster die Anwendung der Hebelwirkung gegen die körperliche Kraft des Gegners ist. Gelingt es zum Beispiel einem Jiu-Jitsukämpfer, eine Hand, einen Arm oder ein Bein des Gegners zu erreichen, so wird er diese Körperteile so erfassen, daß die eigene Kraft durch Hebelwirkung vervielfacht wird. Es ist aber nicht nur die Hebelwirkung und die dadurch bedingte Kraftüberlegenheit allein, welche den