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VORWORT
»Die meisten Schöpfungen des Verstandes oder der Phantasie entschwinden für ewig nach einer Frist, die zwischen einer Stunde nach dem Essen und einer Generation variieren kann.« schrieb Joseph A. Schumpeter im Prolog zu seinem Buch »Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie«. Einige jedoch nicht, und diese Schöpfungen dürfen wir die großen nennen. Schumpeters Beitrag zur politischen Ökonomie hat mit der 1912 erschienenen »Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung« und dem 1942 veröffentlichten Werk über »Kapitalismus, Soziahsmus und Demokratie« bereits 80 bzw. 50 Jahre überdauert und in vieler Beziehung sogar an Aktualität gewonnen. Ihre zeitliche Beständigkeit haben diese Werke bereits nachgewiesen - sie sind zu lÜassikern geworden.
Angesichts des Niedergangs der sozialistischen Planwirtschaften des ehemaligen »Ostblocks« erlangten Schumpeters Gedanken über die Entwicklung des Kapitalismus neue Bedeutung. Für ihn war der individuelle, der innovative Unternehmer der Motor der kapitalistischen Entwicklung. In seinem Streben nach Gewinn führt er ständig neue Produkte auf dem Markt ein und bringt so Dynamik in die Wirtschaft. Dem wirkt jedoch das Bemühen der Gesellschaft nach mehr sozialer Gerechtigkeit entgegen, das zu einer immer stärkeren Einschränkung der unternehmerischen Tätigkeit führt. Dadurch besteht die Möglichkeit, daß der Kapitalismus eines Tages seine' Kraft verliert und als Wirtschafts- und Gesellschaftssystem überwunden wird. Die Zukunft des Kapitalismus ist demnach der Sozialismus - nicht auf Grund der Schwäche, sondern gerade wegen des Erfolges des kapitalistischen Systems.