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ZUM GELEIT
»Sie werden es kaum für möglich halten«, aber über wohl kein Gebiet des gesellschaftlichen Daseins wissen die Men= sehen so wenig Bescheid wie über die Wirtschaft. Und das, obwohl jeder von uns - ganz gleich, auf welcher Sprosse der sozialen Stufenleiter er sich befindet - tagaus und tagein selbst mit »wirtschaften« beschäftigt ist. Noch weniger aber wissen die meisten über eine Ware, die bei dieser Beschäf= tigung von überragender Bedeutung ist - über das Geld!
Das Wesen des Geldes ist nicht komplizierter als das der Politik. Die Politik macht mehr von sich reden, drängt sich offensichtlicher in unser aller Leben. Das Geld ist »stüler«, deswegen begnügen wir uns zumeist damit, es zu besitzen und auszugeben. Und doch kann es sich in unangenehmer Weise bemerkbar machen, dann nämlich, wenn es seine Funktionen nicht mehr in gewohnter Weise zu erfüllen vermag.
Woran liegt es, daß so viele Menschen über die Funktion des Geldes und die Zusammenhänge des Geldwesens so wenig wissen? Liegt es an der scheinbaren Abstraktheit des Themas? Kaum. Die Geschichte des Geldes und der Geld= poIitik sind mindestens so spannend wie die Ereignisse der Tagespolitik, ganz zu schweigen vom Abenteuer einer Wäh= rungsreform! Mich haben diese Überlegungen veranlaßt, bei meiner publizistischen Tätigkeit als Wirtschaftsredakteur einer Rundfunkanstalt nach neuen Möglichkeiten zu suchen, um wirtschaftliche Themen für ein großes, vielschichtiges Publikum verständlich darzustellen. Den gleichen Weg bin ich auch mit diesem Buch gegangen. Es sollte kein Kompen= dium über Nationalökonomie werden. Ich habe nur versucht, ausgehend von den Erkenntnissen der Wissenschaft die unerhört interessanten Fragen, die sich bei der Beschäftigung mit dem Wesen des Geldes ergeben, als Wi'rtschaftsjourna= list zu beantworten; so zu beantworten, daß es den General= direkter eines Unternehmens noch und einen vollkommen unbelasteten Leser auch interessiert.