Bővebb ismertető
Von Erwachsenenbildung ist in unseren Tagen wieder viel die Rede. Das Wort klingt indessen ebenso plebejisch wie obsolet; es erinnert an eine Zeit, in der Arbeitern mit einiger Mühe und Nachsicht die Elemente einer Kultur vermittelt werden sollten, über die sonst nur Besitz und Bildung verfügten. Aber auch der Begriff der Bildung ist heute umstritten, denn mit ihm verband sich schließlich die Vorstellung einer von der äußeren Welt sich abwendenden Innerlichkeit, die am Guten, Schönen und Wahren sich delektierte, deren jeweils vorgegebenen Kanon sie als ewig gültig zu erleben hatte. In diesem fatalen Mißverständnis, das aus dem späten 19. Jahrhundert spukhaft in die Gegenwart hineinreicht, sind Aufklärung, Romantik und Idealismus um ihre Wahrheit gebracht, die in den deutschen Bildungsbegriff einst einging. Nicht zufällig nämlich äußerte sich in diesen geistigen Strömungen das seiner selbst bewußt werdende Bürgertum, das an die Stelle der ständisch gebundenen Tradition das eigene Urteil, die Autonomie des selbstverantwortlichen Individuums, die Forderung der Freiheit setzte und für gut, schön und wahr befand. Es wußte sich, zumal auf dem Kontinent, noch im Kampf gegen die herrschenden Mächte. Aufklärende Bildung, und nur an sie sei hier erinnert, zielte auf Emanzipation. Stand anfangs, bei Pierre Bayle etwa, die Idee des rationalen und zugleich sympathetischen Disputs der kritischen Köpfe aller Länder in der „Gelehrtenrepublik" im Vordergrund, so wandte sich die Aufklärung sehr bald und mit Nachdruck weitergehenden Forderungen zu: von „Natur" sind alle Menschen gleich und dank Arbeitsteilung und Tausch Mitglieder der einen zivilen Gesellschaft, die sich über die Nationen und Kontinente erstreckt; ihnen kommen die gleichen Menschenrechte zu, welcher Konfession, Rasse oder Herrschaft die Individuen und Völker auch angehören mögen. Das Ideal der vorurteilslosen und kritischen Kommunikation der Gelehrten wird vom Postulat der öffentlich diskutierten ökonomisch-politischen Freiheit und der Forderung nach sozialer, zumindest rechtlicher Gleichheit aller Bürger abgelöst. Uberwiegen zunächst die Prinzipien des Liberalismus, so treten alsbald, und durchaus nicht als Gegensatz, demokratische in den Mittelpunkt der Pädagogik wie der Gesellschaftstheorie, der „politischen Philosophie". Mit ihnen ist hinfort alle Bildungsarbeit verbunden geblieben, sofern sie das humanistisch-rationale Element nicht verdrängte, das seitdem mit Erziehung, Wissenschaft und Sozialismus verknüpft gewesen ist. Deshalb hat die internationale Bildungsarbeit seit ihrem Beginn in der frühen Arbeiterbewegung an diesen Prinzipien der Demokratie und Freiheit sich gleichermaßen kritisch und emphatisch orientiert. Von der Wechselwirkung