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ZUR EINFÜHRUNG
Es ist wenig wahrscheinlich", schrieb unter dem zweiten Kaiserreiche der Sohn der Verfasserin dieser Denkwürdigkeiten, der ehemalige Minister des Bürgerkönigs, „es ist wenig wahrscheinlich, daß die Auffassung, in der meine Mutter über Napoleon geschrieben hat, jemals die allgemeine werden wird Aber ich glaube, in den Kreisen, wo man nachdenkt, wird die Wahrheit an den Tag kommen. Die Betörung wird nicht ewig dauern. So fest gewisse Vorurteile wurzeln: eines Tages, zumal wenn die Freiheit wiederkehrt und uns erhalten bleibt, werden die Meinungen sich klären, und kein Ruhm wird mehr die Stimme der Vernunft und des öffentlichen Gewissens übertäuben können."
Der Streit um Napoleon zwischen den Bewunderern des Ruhmes und den Wortführern des öffentlichen Gewissens dauert bis heute fort und wird so bald nicht zur Ruhe kommen. Es ist das Los jeder geschichtlichen Größe, daß ihr Charakterbild, von der Parteien Haß und Gunst verwirrt, in der Geschichte geschwankt hat. So schroff aber wie bei Napoleon Bonaparte stehen sich die Meinungen in keinem zweiten Falle gegenüber. Das einzige, was kein ernsthafter Beurteiler anzufechten wagt, ist sein Ruhm als Meister der Kriegskunst. Der Herrscher, der Politiker, der Mensch Napoleon hat jedesLob und jeden Schimpf erfahren. Frist alsHalbgott zu den Sternen erhoben und als Teufel in Menschengestalt zur Hölle verdammt, ist als Retter Frankreichs und Schöpfer seiner stolzesten Größe gefeiert und als Verderber des Landes und Schlächter seiner Jugend verflucht, er ist als Mann des Volkes und der Revolütionsideen gepriesen und als Usurpator und Erztyrann verurteilt worden.
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