Bővebb ismertető
Vorwort Von Hans-Henning Paetzke
Wo sind die Festtage geblieben
Zoltán Zsilles Befragung zur Vergangenheitsbewältigung eines Stalinisten ist ein beeindruckendes zeitgeschichtliches Dokument. Der geläuterte Kommunist und ehemalige Ministerpräsident Ungarns, András Hegedűs, der sich heute freimütig dazu bekennt, 1956 den Hilferuf an die Sowjets unterschrieben zu haben, und der Emigrant Zoltán Zsillé, Hegedűs' ehemaliger Schüler, stehen sich im Gespräch, manchmal im Streitgespräch, gegenüber. Die Positionen sind grundverschieden. Während Zsille selbst das gemäßigte ungarische Regime kádáristischer Prägung ablehnt und für ihn 1956 eine Revolution stattgefunden hat, will Hegedűs eine Pluralisierung der ungarischen Gesellschaft erreichen unter der Vorherrschaft der Kommunistischen Partei. Auch hat für ihn 1956 keine Revolution stattgefunden, sondern lediglich ein Volksaufstand. Wie auch immer, András Hegedűs' Memoiren sind in der vorliegenden Form ein beachtliches publizistisches Ereignis. Seit Chruschtschow ist Hegedűs der ranghöchste osteuropäische Politiker, der sich die Freiheit nimmt, seine Memoiren im Westen erscheinen zu lassen, noch dazu ohne die Genehmigung der KP. Ähnlich wie Milovan Djilas durchbricht er mit diesem Buch die engen Grenzen des kommunistischen Sittenkodexes. Selbst dort, wo ihm