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Der Auftrag
Ich starrte zum Himmel. Er war mondlos, aber voller Sterne.
Im Osten zuckten grelle Blitze. Dann folgte ein dumpfes Rollen wie bei einem heftigen Gewitter. Das war die Front. Die Deutschen griffen wieder an. Sie rückten jeden Tag näher auf Moskau vor. Der Sturm auf die russische Hauptstadt, der politischen Drehscheibe des ganzen Landes, hatte begonnen.
Ich dachte an meinen Einsatz: Am nächsten Tag sollte ich ein Dorf erkunden, das deutsche Truppen besetzt hatten. Ich sollte ihre Stellungen ausspionieren und ermitteln, wie sie bewaffnet waren. Der russische Partisanenchef hatte mich ausgewählt, weil ich ein Kind war. Er meinte, ein Neunjähriger sei für die deutschen Soldaten nicht als Spion erkennbar. Ich sei unverdächtig. Ich war mir da nicht so sicher. Ich dachte an all die widersprüchlichen grausamen Geschichten, die über die Soldaten in Feldgrau kursierten. Es hieß, dass sie mit gefangenen Partisanen kurzen Prozess machten, sie nach kurzem Verhör an Ort und Stelle erschossen, an Bäumen aufhängten oder an Scheunentore nagelten.
Der Partisanenchef trat neben mich. Er hieß Boris und war ein junger, schmächtiger Ex-Student, der leicht humpelte und dessen schmales Gesicht ein dünner, flaumiger Bart zierte. Seine Augen funkelten gespenstisch im diffusen Licht der Ster-
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