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VORWORT
Der Anregung des Verlages Bruckmann, ein Buch über die Kunst der van Eyck zu verfassen, folge ich gerne. In der bisherigen Eyck-Literatur ist noch kein klares Bild von jener künstlerischen Entwicklung gezeichnet worden, die sich in dem Schaffen der beiden Brüder, namentlich in dem des größeren und jüngeren Jan, aufzeigen läßt. Über die Chronologie einiger seiner Werke haben sehr irrige Meinungen unwidersprochen passieren können. Mit diesen Unklarheiten hängen auch jene anderen zusammen, die einer Einsicht der deutlichen Stilgrenzen zwischen der Kunst des einen und der des anderen Bruders bisher noch den Weg versperren.
Für die eigentliche wissenschaftliche Auseinandersetzung ist in der vorliegenden Darstellung, die für einen breiteren Leserkreis bestimmt ist, kein Platz. Was die Entstehungsgeschichte des Genter Altares und das Problem Hubert betrifft, kann ich auf bereits veröffentHchte Aufsätze verweisen. Da es hier einen „gesicherten Stand der Forschung" nicht gibt, da schon die Grundvorstellungen umstrittene sind, konnte ich freilich nicht umhin, wenigstens die entscheidenden der dort dargelegten Gründe auch an dieser Stelle noch einmal zusammenzufassen. Den abweichenden Meinungen anderer gerecht zu werden, wie ich es an anderer Stelle versucht habe, ist dies Buch nicht der Ort. Letzte Klarheit über das Eyck-Problem wird vielleicht eines Tages gewonnen werden, wenn an dem Hauptwerk der Brüder, dem Genter Altar, jene Untersuchungen vorgenommen werden können, die ich schon seit langem gefordert habe (vgl. vor allem Oud Holland, 1936, S. 31 f.) und die, wie zu hoffen ist, unmittelbar nach dem Ende des gegenwärtigen Krieges möglich sein werden. Da es zunächst auf grundsätzliche Klärung ankommt, wurde im Text dieses Buches alles seiner stilistischen Struktur nach unklare Material, alle Kopien und Nachahmungen eyckischer Werke, beiseite gelassen. Die hier abgebildeten Werke sind, von Abb. 26, 109 und 110 abgesehen, die nach meiner Meinung durchweg eigenhändigen Arbeiten von Hubert oder von Jan. Zu zweifelhaften oder abzulehnenden Bildern wird in den Anmerkungen, freilich auch hier nur in Ausnahmefällen, Stellung genommen.
Für Hilfe oder Rat habe ich besonders Frau Gerda von Krohn in Rostock und meinem Kollegen Professor Dr. K. F. Suter in Leipzig zu danken.
H. Beenken