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Wolfgang Hütt Hans Holbein d. J.
Die Maler Albrecht Dürer und Hans Holbein d. J. trennt der Abstand nur einer Generation. Doch was für Dürer noch den Rang einer historischen Tat besessen hatte, in die deutsche Kunst das Pathos der italienischen Renaissancemalerei, anatomische Richtigkeit u-nd Proportionalität eingeführt zu haben, war für Holbein den Jüngeren bereits künstlerische Selbstverständlichkeit. In seiner Vaterstadt Augsburg sah er die Kunstschöpfungen eines Kreises von Malern, die, wie Hans Burgkmair der Ältere, entscheidend Anteil daran hatten, daß auf die Kunst der schwäbischen Bankherren- und Kaufmannsmetropole die festlichen Bildvorstellungen der Venezianer und ihre Maltechnik übertragen wurden, ein künstlicher Schmelz der Farben und eine klangvolle Tiefe des Tones.
Es war allerdings noch nicht der reife Burgkmair der Ältere, der Schöpfer des Johannes- und des Kreu^igungsaltars, der auf den heranwachsenden Maler einzuwirken vermochte. Schon 1515 hält sich der eben erst achtzehnjährige Holbein der Jüngerein Basel auf. Außerdem hat auf ihn wohl stärker das Vorbild des eigenen Vaters gewirkt, der in Augsburg die Anliegen der spätgotischen Kunst vollendete und sich um den Anschluß an die neue Art bemühte, die sich in Werken der jungen Künstlergeneration durchzusetzen begann. Vom Vater konnte der wohl begabtere der beiden künstlerisch tätigen Söhne nicht nur den