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Am Allerseelentag 1963 wurde Bischof Dr. Ferdinánd Piontek -3 Tage vor seinem 85. Geburtstag - von Gott in die Ewigkeit heim-gerufen. Das schlichte Wort eines jungen Mannes: Wir habén einen Vater verloren" brachte zum Ausdruck, was seine Diözesanen bei dieser Todesnachricht empfanden. Seit dem 16. Juli 1945 hatte er als Kapitelsvikar den ihm verbliebenen Bistumsanteil geleitet und war in diesen 18 Jahren den Gláubigen des Diözesanbezirkes Görlitz ein geistlicher Vater geworden. In stiller, selbstverstánd-licher Hingabe war er ihnen ein in Treue sorgender Oberhirte, dessen Wirken ungewollt weit über die Grenzen seines Diözesan-gebietes hinausstrahlte. Die beim Konzil in Rom weilenden Bi-schöfe deutscher Sprache bezeugten das in ihrem Beileidstele-gramm: Mit grofíer Verehrung gedenken wir des Verstorbenen, der in schwerster Zeit das Amt des Kapitelsvikars in vorbild-licher Weise verwaltet hat und als Bischof uns allén ein leuch-tendes Vorbild gewesen ist." Auch der Heilige Vater, Papst Paul VI., sprach in einem Telegramm seine Anteilnahme zum Tode dieses hochverdienten Bischofs" aus.Die Geschichte seines langen Lebens enthált viele bedeutungsvolle und schwerwiegende Daten und Tatén, aber es wáre nicht im Sinne von Bischof Piontek, sie alle aufzuzáhlen. Ich wünsche keine Lobrede", erbat er sich für seine Beerdigung, und bei einem an-deren Anlaft schrieb er einmal: Man lasse uns erst sterben, dann berichte und urteile man über uns und unser Wirken in Wahr-heit, Gerechtigkeit und Liebe." So sei diesem 2. Band der HIR-TENWORTE von Bischof Piontek nur ein kurzes Lebensbild ihres Autors vorangestellt. Es möchte dazu beitragen, dafí der Leser seiner Hirtenbriefe und Predigten sich noch stárker persön-lich angesprochen fühlt.