Bővebb ismertető
Der Plan zu diesem Buch ist nicht erst während der Mai-Krise entstanden. Er war früher da. Im November 1967, einige Monate vor den Barrikaden also, vertraute ich meinen Studenten das Projekt dieses Romans an; ich wollte sie besser kennenlernen und bat sie, mir dabei zu helfen: für sie hieß das, ohne Maske und Tabu von sich zu erzählen. Sie willigten anfangs nur zögernd ein, fingen aber in dem Maße Feuer, wie unter ihnen bekannt wurde, welchen Sinn diese Gespräche hätten. Nicht ohne Selbstironie stellte ich fest, daß ein Professor nicht unbedingt den Mund aufzutun braucht, um Interesse zu wecken: es genügt bereits, daß er zuhören kann. Diese Aufmerksamkeit war übrigens kein Verdienst. Ich hatte Offenheit gefordert, und ihre Offenheit übertraf alle meine Vorstellungen. Ich muß sogar sagen, daß mir manchmal die Lufl wegblieb.
Vielleicht hätte ich ohne diese Interviews auskommen können, immerhin stecke ich seit vierzig Jahren im Universitätsbetrieb und kenne die geheimen Winkel des Serails. Aber obgleich ich zu meinen Schülern seit jeher gute Kontakte hatte, schien mir der Anlaß geeignet, sie zu erweitern, um meine Kenntnisse aufzustocken. In den Gesprächen mit den Studenten gelang es mir, wie soll ich es ausdrücken, trotz meines Alters in einem gewissen Grade mich ihnen anzugleichen, zumindest im Denken und in der Sprache. Zugegeben, ich hatte zeitweilig sogar das erfrischende Gefühl, zu ihnen zu gehören. Selbstverständlich war das Illusion. Oder Bewußtseinsspaltung, die meinem Vorhaben zugute kam.
5