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brief an den verleger manuel g. morente
Mein lieber Freund,
Als Sie mich baten, eine Auswahl von Gedichten für die >Colecci6n UniyersaU zusammenzustellen, äußerten Sie den Wunsch, ich möge jene Gedichte auswählen, die, von einem volkstümlichen Gesichtspunkt aus betrachtet, wegen ihrer Spontaneität und Einfachheit einer breiteren Leserschicht zugänglich wären.
Ich setzte mich an die Arbeit und fand, daß das, was ich für das Einfachste und Spontanste in meinem Werk halte, sich immer - natürlicherweise - mit dem Lautersten und Gehaltreichsten innerhalb der Art und Weise meiner verschiedenen Schaffensepochen deckte. Deshalb willigte ich in Ihre Bitte ein.
Was ist also Einfachheit und Spontaneität?
Einfach, wie ich es verstehe, ist das mit knappsten Mitteln Erreichte. Spontan, das ohne >Anstrengung< Geschaffene. Aber das mit knappsten Mitteln Erreichte kann nur aus der Fülle kommen, und das Spontane eines kultivierten Geistes darf nur das Vollkommene sein. (Es sei denn, man fordere, um das zu erreichen, was man üblicherweise einfach und spontan nennt, Mangel an Kultur und Trägheit.) Anders gesagt und den Gedanken umkehrend: Das Vollkom-