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Nottingham Castie Spätes Frühjahr 1194
Dunkelheit. Stille. Die Schwermut der Einsamkeit. Das waren die Waffen, die sie brechen sollten, die sie dazu bringen sollten, ihre trotzige Haltung aufzugeben und sich zu unterwerfen; die sie dazu treiben sollten, sich zu ergeben und um Gnade, Mitgefühl und Verständnis zu flehen.
Ein Geräusch zerriß die Stille, und Licht verbannte die Dunkelheit. Die schwere Tür öffnete sich und schabte über den Boden. »Marian.«
Sie hätte am liebsten gelacht. Ein sanftes, verführerisches Wispern, doch scharf wie eine Klinge - er war gewohnt, gehört zu werden.
Er trug eine Fackel und wurde nicht von den livrierten Soldaten begleitet; was er von ihr begehrte, wollte er in der Abgeschiedenheit bekommen - oder sich nehmen. Gibt er auf? fragte sie sich. Sucht er vielleicht gar Vergeltung?
Die Fackel verdrängte die Dunkelheit, und die Welt erstand wieder neu.
Mit gegen den Flammenschein zusammengekniffenen Augen setzte sie sich hastig auf, dann zwang sie sich zur Ruhe. Ihre Beine waren, von ihren verdrehten Röcken umschlungen, in die schweren Bettdecken gewickelt.
Sie wußte, was er sah: verfilztes schwarzes Haar, in dem noch Strohhalme aus dem Verlies steckten; ein verschmutztes, zerknittertes Kleid, das nach Pferd und Schweiß und Rauch roch; forsche blaue Augen, die von der Anspannung und dem Schlafmangel rotgerändert waren. Ich weiß sehr gut, rvas ersieht. Was er wollte, war
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