Bővebb ismertető
Johann Gottfried Herder lebte an der Schwelle einer neuen Zeit für Deutsdiland, für Europa, für die Welt. Mit Lessing und anderen Zeitgenossen bereitete er in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts theoretisch den Boden für den geistigen Befreiungskampf des deutschen Bürgertums und weckte jene revolutionären Kräfte, die sich nach der französisdien Revolution und den napoleonischen Kriegen auch im politisdien und gesellschaftlichen Leben der deutsdien Nation regten und zu befreiender Tat drängten. Wie die deutsche Klassik in weiten Bereichen von ihm lebte, so spüren wir seinen Einfluß noch in den geistigen Auseinandersetzungen des 19. und 20. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart.
Es bedurfte bei uns damals größerer Mühen und längerer Umwege als in Frankreidi und England, um die deutsdie Nation zum Bewußtsein ihrer Kraft und ihres Wertes zu bringen und den zunächst nach oben drängenden bürgerlidien Schichten die Aufgaben und die Pfade zu zeigen, auf denen sie wenigstens geistig und künstle-risdi im Sinne der Aufklärung zur Geltung und Anerkennung gelangen koimten, wenn ihnen die Möglidikeit offener politischer Auflehnung sdion genommen war.
Herder teilte das Schidcsal seiner ganzen Nation, und im Gegensatz zu andern, vor allem zu Goethe, fand er nie aus der Enge und Beschränktheit des Lebens heraus. Freüidi entfaltete sidi gerade aus dem Widerspruch dazu sein Geist, wurden die Kräfte seiner Seele wach und rege. So bitter er audi oft über die Entbehrungen und Unterdrückung seines Daseins klagte - vielleicht lagen gerade darin die Voraussetzungen seines sdiöpferisdien Tuns.
DIE ZEIT»
Herder lebte in engen, gedrückten, beschränkten Verhältnissen. Aber sein Blick blieb stets auf der Menschheit große Gegenstände
' Es sei auf die Einleitung des Lesebuchs „Sturm und Drang" hingewiesen, die das hier Ausgeführte ergänzt und erweitert.