Bővebb ismertető
Salzburg ist seine Vaterstadt. Hier wurde Herbert von Karajan am 5. April 1908 geboren. Der Vater des größten Salzburgers, Leopold Mozart, war aus dem Westen, aus Augsburg, gekommen. Die Karajans stammten aus dem Süden und Osten, aus Mazedonien, Griechenland und Armenien. Der eigentliche Familienname war Karajanopoulos.
Im 19. Jahrhundert haben sie ihrer neuen Heimat Österreich einige Geister von Rang geschenkt. Theodor Georg Ritter von Karajan (1810—1873) war Germanist, erfreute sich der Freundschaft Franz Grillparzers, leitete die Wiener Hofbibliothek und war Präsident der Akademie der Wissenschaften. Sein Sohn, Max Theodor, Herbert von Karajans Großvater, war Philologe der Grazer Universität. Beide Karajans haben neben ihren Fachschriften auch Musikstudien vorgelegt. Der ältere Karajan schrieb über Joseph Haydns Londoner Jahre, sein Sohn schilderte die Geschichte des verdienten Singvereins in Graz während der zweiten Jahrhunderthälfte. Karajans Vater schließlich, ein angesehener Arzt am St. Johann-Spital in Salzburg, spielte zu seinem Vergnügen Klarinette, auch im Orchester des Mozarteums. Herbert wurde als Jüngster geboren und war denn auch von dem traditionellen Gefühl erfüllt, ein Nachgeborener, ein Kleiner, ein Übersehener zu sein. Erfahrungsgemäß sind solche Minderwertigkeitsgefühle unter gewissen glücklichen Umständen die beste Voraussetzung zu einem großen Weg.
Salzburg — welch Schicksal, in dieser Stadt geboren zu werden! Wanderer, die alle Schönheiten der Welt kannten, haben dieses Kleinod unter den Städten ein Auge Gottes genannt. Für die der Musik Geweihten besitzt der Atem dieses zauberischen Landstriches lebenspendende Kraft. Wieder einmal empfiehlt sich die Unterscheidung zwischen Urerlebnis und Bildungserlebnis. Salzburg nährt beide, sowohl das Urerlebnis, in dem sich Natureindrücke, Erbe und früheste Einflüsse der Umgebung mischen, als auch das Bildungserlebnis, denn wer könnte durch die Getreidegasse gehen, ohne vor dem Mozarthaus an den seraphischen Höhepunkt der abendländischen Musikgeschichte erinnert zu werden.
Das Urerlebnis des Musikers ist eigener Art. Von ihm hängt gewiß auch das persönliche Verhältnis zu einem der wichtigsten Phänomene der Musik, zum Klang, ab. Daß Musik klingt, ist eine Binsenweisheit. Aber jeder Mensch erlebt den Klang der Musik in seiner Weise. Eine Beethovensche Sinfonie erscheint in tausenderlei Klanggestalt, je nachdem, wer dirigiert. Auf rätsel-