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Heiteres und Weiteres
In dieser Wortverbindung steckt mehr, als man auf Anhieb vermuten möchte. Wir haben sie, so vertraut sie uns auch anmutet, mitten an der Fassade dieses Büchleins gehißt, damit jedermann spürt, was er erwarten kann, damit der Bücherfreund von vornherein merkt, daß er es mit guten Dingen zu tun bekommt. Heiterkeit ist mehr als Lustigsein, als »aufgekratzte« Stimmung, als Witzgeflüster mit leisem Erröten, als die robuste Pointe, die lautes Gelächter erzeugt. Der Heitere ist fröhlich! Und man kann's auch umkehren: Der Fröhliche ist heiter! Wer's bejaht, wird diese Sammlung begrüßen!
Die deutsche Literatur ist mit Humor nicht reich gesegnet. Ihre großen Komödien seit Lessings »Minna von Barnhelm« zählt man mühelos an zehn Fingern her, und wenn die Maßstäbe sehr streng gehandhabt werden, reicht wohl gar eine Hand, um das Vorhandene zusammenzubringen. In der Lyrik blüht mehr Heiterkeit. In der Prosa reicht es zu mancherlei Sträußen. Unsere kleine Anthologie hat ein paar Blumen von gestern und heute gepflückt. Sie beginnt bei Theodor Fontane und seiner gutwillig-ironischen Resignation. Sie verweilt bei Ludwig Thoma, den man heute schon einen Klassiker nennen kann, weil er seiner Generation und ihrer Gesellschaft mitten ins Herz und in ihre fragwürdigen Ambitionen blickte.
Thoma ist bayerisch handfest. Sein Altersgenosse Christian Morgenstern neigt dazu, hinter die Dinge zu blicken und seine Einsichten in knappe Formulierungen zu kleiden. Seine große Resonanz fand der heitere Dichter, der Schöpfer der »Galgenlieder«, »Palmströms« und des »aufgeklärten Mondschafs«. Sein Humor ist nicht nur aus der Alltagskomik abgeleitet, sondern aus dem Verlangen, Widerstrebendes zu einen.