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Dr. LUDWIG CZECH,.Minister für soziale Fürsorge (Prag):Dem Freunde!Ich habe Heinrich Kalmár vor 40 Jahren kennengelernt und ihn sofort liebgewonnen. Sein sonniges Temperament zog mich an. Sein schier kindhaftes Gemüt und sein aufs rechtes Wesen nahmen mich gefangen. Dieser Eindruck verstärkte sich bei allen späteren Begegnungen, die mir die Gewißheit gaben, daß sich in dem urwüchsigen Manne, der von dem heiligen Feuer des Sozialismus erfüllt war, eine der hochwertigsten Persönlichkeiten barg. Darum nahm ich an dem weiteren Schicksal Kalmárs, dessen Persönlichkeit mich immer mehr fesselte, regen Anteil und freute mich seines Aufstieges, ebenso wie ich dann mit der ungezählten Schar seiner Freunde um sein Leben bangte, als er ein Op fer des ungarischen Terrors wurde. Daß er in den harten Stunden, in denen er zwischen Tod und Leben schwebte und über die er im engsten Kreise seiner Freunde in so er* schütternder Weise zu erzählen wußte, keinen Augenblick schwankte, seiner Überzeugung treu blieb, sich auch an* gesichts des Todes vor seinen Peinigern nicht beugte, daß er, als er dann frei wurde, den Lockungen des Bolschewis mus nicht erlag, das wird ihm die sozialdemokratische Ar* beiterschaft, der er sein Leben geweiht hatte, niemals ver* gessen. Darum war es für sie ein Freudentag, als es gelang, ihn, der als Austauschgefangener nach Moskau gehen sollte, in unserem Lande zurückzuhalten und für die Mitarbeit in -unserer Bewegung zu sichern.Von da an fügte sich an die historische Rolle, die unse* rem Freunde in der ungarischen Revolution zufiel, der Le= bensabschnitt der stillen, aber auch wie dies die Kolonie Rosenheim zeigte schöpferischen Mitarbeit am Wieder* aufbau der von den Kommunisten zerstörten deutschen Ar beiterbewegung seiner Heimat. Die neue Mission, die ihm damit zufiel, sollte die Krönung seines Lebenswerks werden, sie fand aber leider einen so jähen, so tragischen Abschluß.5