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Geleitwort
Das Büchlein »Heilige Bürgschaft. Vom Patenamt der Kirche" des Herrn Pfarrers Bernhardt ist eine aufrüttelnde Gewissenserforschung.
Wir alle, Priester und Laien, müssen bekennen, daß wir eine heilsame uralte Einrichtung nicht in ihrer ursprünglichen Bedeutung erhalten haben. Tatenlos haben wir zugesehen, wie die Patenschaft immer mehr zu einem inhaltsarmen Brauchtum herabsank.
Manchmal waren freilich die Verhältnisse übermächtig. In unserer Diaspora mit einer zum Teil hin und her flutenden Bevölkerung sind namentlich in früheren Jahrzehnten oft Kinder zur heiligen Taufe gebracht worden, für die man die nächste greifbare Person als Paten nehmen mußte, um überhaupt der kirchlichen Vorschrift zu genügen. Pate und Patenkind sahen sich nie wieder, und so war die kaum geknüpfte Verbindung gleich wieder zu Ende. Aber auch in geordneten Verhältnissen ist gefehlt worden -nicht aus bösem Willen, nur aus Gedankenlosigkeit. Wir haben Pate gestanden, aber es mit den übernommenen geistlichen Pflichten nicht ernst genommen. Wir haben für unsere Kinder Paten ausgesucht, aber nur in natürlicher Schau. Es hilft nichts, wir müssen unsere Schuld eingestehen und können nur hoffen, dafj Gottes Weisheit und Güte ersetzt hat, was wir versäumt haben.
Dies alles stellt Pfarrer Bernhardt in seinem Büchlein zusammen. Doch er zeigt auch, wie es in Zukunft besser gemacht werden kann und soll, und das tut er nicht in trocke-