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EINLEITUNG
Dieses Buch möchte ein Zeugnis sein. Es ist die Frucht von fast 20 Jahren gemeinsamen Daseins in der Arche, wo ich täglich mit Menschen zusammenlebe, die eine geistige Behinderung haben.
Meine erste Begegnung mit Menschen mit einer geistigen Behinderung war nicht vorgesehen. Fünfzehnjährig trat ich 1942 in die kanadische Kriegsmarine ein. Ich erhielt dort eine ganz auf Effizienz abgestellte Ausbildung. Vom Evangelium Jesu Christi und von der Friedensarbeit angezogen, nahm ich meinen Abschied. Mein letztes Schiff war der Flugzeugträger Magnificent. 1950 ging ich nach Frankreich, um in einer von dem Dominikanerpater Thomas Philippe gegründeten Kommunität bei Paris zu leben. Wir waren ziemlich arm. Wir lernten beten und von unserer Hände Arbeit leben. Wir studierten auch Philosophie und Theologie. Das führte mich zu einer Doktorarbeit über Aristoteles. Später lehrte ich am St. Michael's College der Universität Toronto.
Auf die Begegnung mit von der Gesellschaft abgelehnten Menschen war ich keineswegs vorbereitet. 1963 besuchte ich Pater Thomas Philippe in Trosly bei Paris. Er war nun Hausgeistlicher eines Heims für etwa dreißig Männer mit einer geistigen Behinderung.
Ich war begeistert und entsetzt von dieser Begegnung. Diese Menschen waren so ganz anders als meine Studenten in Toronto! Diese schätzten, was sich in meinem Kopf abspielte - mehr oder weniger, denn über die Themen meiner Vorlesungen hatten sie Examen abzulegen. Sie interessierten sich nicht für den Menschen, der ich war. Doch jene, denen ich in Trosly begegnete, interessierten sich nicht im geringsten für das, was in meinem Kopf vorging, dafür aber umso intensiver für meine Person: »Wie heißt du? Was machst du? Wann kommst du wieder?« Alles in ihnen schrie nach Begegnung. Ihr ganzer Körper, ihr ganzes Dasein war ein einziger Mangel an Freundschaft und Gefühlen. Ihr Schrei rührte mich an. Er brachte etwas Neues zum Schwingen.
Diese Menschen waren so einfach und so aufrichtig in ihrem Schrei . . . Die Werte des Herzens waren bei ihnen so offensichtlich.