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Mitteilungsformen der Erlebniswirklichkeit
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Die Ästhetik, welche ohne illegitime Voraussetzungen begründet werden soll, hat mit dieser Frage anzufangen: »es gibt Kunstwerke - wie sind sie möglich«? Mit dieser Fragestellung ist aber die Möglichkeit ihrer Beantwortung noch nicht gegeben. Die Art, wie das Faktum der Kunst für uns da ist, ist selbst bei der Anerkennung dieser ihrer Faktizität und der Notwendigkeit der daraus entspringenden Fragestellungen noch durchaus ungeklärt. Alles folgende hängt nun davon ab, inwiefern es uns gelingen wird, das Dasein des Kunstwerks als erstes — und einziges — Faktum für die Ästhetik klarzumachen und damit dem Weg der weiteren Fragen die richtige Richtung zuzuweisen. Wenn wir nun darauf reflektieren, was es eigentlich bedeutet, daß es Kunstwerke gibt, so müssen wir sagen: es gibt gewisse Gebilde, die von Menschen geschaffen wurden, die — trotzdem sie den Stempel der hervorbringenden Persönlichkeit an sich tragen — unabhängig von ihr und rein durch sich, durch die eigene Kraft ihres immanenten Form-Material-Komplexes unmittelbare Wirkungen auszuüben fähig sind; Wirkungen, die ihrem erlebnishaften Wesen nach von denen der gewöhnlichen Erlebniswirklichkeit nicht scharf zu unterscheiden sind, in denen sich aber —selbst in diesem Stadium unserer Erkenntnisse über sie — Elemente eines normativen Verhaltens, einer Beziehung auf einen Wert zeigen. Gegen diese Bestimmung des Kunstwerks, wobei das immanente In-sich-Vollendetsein seines Aufbaus und die unmittelbare und dennoch normative Art seiner Wirkung das Wesentliche sind, läßt sich wohl kaum etwas einwenden, sondern nur dagegen, daß in diesem Werk das Faktum der Ästhetik erblickt und von ihm aus — mit der Kantischen Fragestellung — der Aufbau der Ästhetik versucht wird. Wir müssen hier zwei andere, wichtige Möglichkeiten ins Auge fassen. Erstens ist es denkbar, daß man in dem Kunstwerk nicht den ästhetischen Wert oder nicht einmal seine höchste oder allein wesentliche Realisation anerkennen will, sondern diesen in dem — bewußt oder unbewußt metaphysischen — Begriff der Schönheit erblickt und nun ihre Objektivationen in Kunst und Natur näher untersucht, womit dem Kunstwerk nur die Bedeutung einer Realisation des ästhetischen Wertes zukommt — und es ist sehr fraglich, ob sie die höhere von beiden ist. Zweitens kann man von den Verhaltungsarten der Menschen zu dem »Schönen« (oder eventuell: zu der Kunst) ausgehen und in ihnen das Normative aufzufinden suchen und als Kunstwerk nun die Totalität jener Werke anerkennen, welchen gegenüber dieses normative Verhalten gesetzmäßig eintritt. Es kann hier keineswegs unsere Absicht sein, gegen diese beiden, in sich mannigfaltig verzweigten Anschauungen zu polemisieren und durch ihre Kritik das Recht auf unsere