Bővebb ismertető
z
HANS HOLBEIN DJ.
u Beginn des 16.Jahrhunderts entstand in Deutschland eine neue Malerei. Die in Italien geborenen Ideen des Humanismus und die neue Kunstauffassung der Renaissance begannen sich auch im nördlichen Europa auszubreiten und durchzusetzen. Das neue Verständnis vom Menschen, das als Frucht einer gewaltigen geistigen Anstrengung in Italien - vor allem in den reichen Stadtstaaten Venedig, Mailand, Florenz, Neapel und dem Kirchenstaat entstanden war - hatte fast ein Jahrhundert gebraucht, um in das Bewußtsein der Menschen der nord- und westeuropäischen Länder einzudringen. Dann allerdings wurde die italienische Renaissancekunst zum Vorbild für die Niederlande, Spanien, Skandinavien, England und Deutschland. Es entstand nun das, was man die »Renaissance nördlich der Alpen« nennen könnte. Diese, am italienischen Beispiel orientierte nordeuropäische Renaissance zeigt freilich kein so einheitliches Bild wie die italienische. Der historische und geistige Hintergrund dieser Staaten war grundverschieden vom italienischen Beispiel, und die Auseinandersetzungen zwischen der mittelalterlichen spätgotischen Kunst und der jungen, völlig konträren Renaissancekunst verliefen in den nordeuropäischen Staaten ganz unterschiedlich.
In Deutschland führte die Entwicklung innerhalb von nur vier Jahrzehnten -von 1500 bis 1540 - zu einer kulturellen Blüte, in der die Malerei gegenüber der Baukunst und Skulptur die Führung übernahm. Während dieser »Dürerzeit« entstand eine Kunstwelt von einzigartigem Reichtum. In dem Spannungsfeld von Humanismus, Reformation und Renaissance entwickelten sich die großen deutschen Malerpersönlichkeiten, deren Werke zu den bedeutendsten der europäischen Malerei zählen.
Schon bei Martin Schongauer (1435-1491) zeigen sich in seiner Madonna im Rosenhag Formideale, die wir später bei Raphael wiederfinden. Schongauer war der erste große deutsche Meister, den man als Vorläufer der deutschen Renaissance bezeichnen könnte. Im Jahre 1500, knapp lOJahre nach seinem Tod, finden wir als Zeitgenossen die fünf anderen großen deutschen Meister, die den weltweiten Ruhm der deutschen Renaissancemalerei begründeten. Mathias Grünewald, zwischen 1460 und 1470 geboren, malte um 1511 den Ismheimer Altar. Seine Vorstellungswelt war zwar noch typisch spätgotisch, aber die Art und Weise, wie er die perspektivischen Gesetze anwendete, zeigte schon deutUch den Einfluß der italienischen Renaissance.
1472 wurde Lucas Cranach d.Ä. geboren. Bevor der Intimfreund Martin Luthers offizieller Maler der Reformation wurde, arbeitete er als Hofmaler der