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Vorwort.Auch der Commentar über die johanneischen Schriften ist, abgesehen von dem apokalyptischen Schlusstheil, die Frucht von akademischen Vorlesungen, in welchen ich jene seit 30 Jahren behandelt habe. Doch bekenne ich, dass im Vergleich mit dem Commentar über die synoptischen Evangelien, dem noch das Buch von 1863 zu Grunde liegt, die Entwickelungsgeschichte, welche zu den in vorliegendem Werk zusammengefassten Erträgnissen geführt hat, eine minder einheithche und geradlinige war. Für mich ist bezüglich johanneischer Exegese lange Zeit maassgebend gewesen, was ich einst bei meinem verehrten Lehrer und nachherigen CoUegen ßothe gehört hatte. Aber nur dessen Erklärung des ersten Briefes ist seither im Druck erschienen; mit ihr konnte ich mich auseinandersetzen. Dagegen bin ich nicht mehr im Stande, das Maass des Einflusses zu bestimmen, welchen die einst gehörten Vorträge auf die hier vorhegende Detailexegese geübt haben. Bewusst bin ich mir eines solchen nur noch in Bezug auf die Stelle 16 sn. Nachdem die, für mich niemals ganz unangefochtenen Bestandes gewesene, Voraussetzung der apostolischen Authentie hinfällig geworden war, habe ich es der Reihe nach mit den bedeutenderen Vermittelungs-versuchen und Theilungshypothesen versucht, bis sich seit etwa 20 Jahren die Grundzüge der im Folgenden vertretenen Auffassung immer fester gestalteten und das exegetische Urtheil im Zusammenhang mit dem historischen einen einheitlichen Abschluss gewann. Die Unvermeidlichkeit desselben steht mir um so fester, je weniger leicht die Errungenschaft war. Verfolgung eigenwillig gesuchter Resultate hegt mir fern. Mehr als im Commentar zur Synopse, wo ich mich ohnehin im besten Einvernehmen mit derjenigen Richtung wusste, welche die Arbeit an den Evangehen fast auf der ganzen Linie genommen hat, war ich darum hier darauf bedacht, die Verbindungsfäden erkennbar werden zu lassen, welche meinen Standpunkt mit demjenigen anderer Fachgenossen, und. zwar keineswegs bloss solcher, welchen ich mich auch sonst nähere, in Beziehung setzen. Hat doch die johanneische Forschung der Gegenwart manche dankens-werthe Förderung auch ausserhalb des herkömmücher Weise von der engeren exegetischen ^Zunft in Pflege genommenen Feldes erfahren. Es ist hier mit fortgesetzter Neubearbeitung des traditionellen Materials, wie die landläufigen Commentare sie bieten, nicht mehr viel zu erreichen. In dieser Beziehung und fast mehr noch in Betreff der Richtigstellung des geschichtlichen Urtheils glaube ich eine keineswegs überflüssige Nacharbeit geleistet zu haben.