Bővebb ismertető
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Wenn für den vorliegenden Band über Günter Rössler sein langjähriger Freund Roger Rössing
so ermöglichte das eine Besonderheit der Stoffdarbietung Eine ganze Reihe von Aussagen zur Person und zum Werl^^ wurde durch wörtliche Zitate belegt Sie entstammen Tonbandmitschnitten von Gesprächen und sind, im Text (Seite 38 bis 51) durch Kursivsatz gekennzeichnet.
Einige Passagen aus dem Textteil, der sich mit AJ^tfotografie beschäftigt, wurden (leicht verändert) aus dem Aufsatz,,Dialog über Aktfotografie"
in „Fotografie" 12!75 und aus dem Faltblatt zu Günter Rösslers Grimmaer Aktausstellung entnommen.
Diese Texte stammen ebenfalls von Roger Rössing.
Günter Rössler hat als Motto für dieses Buch ein Dichterzitat akzeptiert, in dem es um Tagträume und ihre Realisierung geht, um Beobachtungen der Wirklichkeit und um Luftschlösser. Das ist gewiß kein Zufall. Wenn man ihn auf einer Brücke stehen und exakt Regie für ein Modefoto führen sieht, wenn man ihn beim konzentrierten Fotografieren eines Aktmodells im Studio beobachtet, hält man diesen Mann für einen besessenen Arbeiter, für einen zielstrebigen Meister seines Fachs. Aber ein Träumer-? Es ist mit Fotos so wie mit vielen anderen Äußerungen menschlicher Kultur: Da, wo sich die Phantasie der Wirklichkeit verbindet, entsteht etwas, das zu überzeugen vermag und überdauern kann.
Günter Rössler fügt hinzu: Phantasie genügt aber nicht, etwas geistige Vorbereitung, ein bißchen Konzept, muß schon auch sein.
Bei einem Text über einen Fotografen ist man gewöhnt, gleich vertraut gemacht zu werden mit seiner Arbeitsweise, seiner Technik. Dies ist ein Thema, aus dem sich G. R. nicht allzuviel macht. Er arbeitet mit Spiegelreflexkameras, zum Teil mit solchen älterer Bauart, er verwendet gelegentlich Kunstlicht, lieber vorhandenes Licht. Aber er liebt es nicht, mit langen Erörterungen über Fototechnik seine Zeit zu vergeuden. Er schaut indessen lieber einer Wolke zu, die ihre Form verändert, gibt aufmerksam acht auf eine Schattenfarbe. Er weiß: Der gute Fotograf braucht Intelligenz mehr als Entwicklerrezepte, und Lebenserfahrung mehr als Berufserfahrung. Aus dem unendlichen Stoffangebot, das die Wirklichkeit dem Fotografen unterbreitet, hat sich G. R. drei Stückchen herausgenommen: die Mode, den weiblichen Akt und die Reportagefotografie. |/Koöe/ ich Reportage sehr weitgefaßt verstanden wissen möchte. Sie berührt auch Gebiete wie Landschaft, Genrebild, Porträt, Gruppe oder Sachfoto. Sie steht oft in ganz engem Zusammenhang mit den beiden anderen Bereichen, zum
Beispiel als Milieuergänzung für Modebilder oder beim Reportageakt Im Künstleratelier. Mit allen seinen Fotos, welchem Themenbereich sie auch entstammen mögen, hat es eine besondere Bewandtnis: Sie zeigen klar und deutlich die Rösslersche Handschrift, sind für einen Kenner der fotografischen Szene ihrem Urheber zuzuordnen. Warum sich das so verhält, woran es liegt, daß seine fotografische Ausdrucksweise so unverkennbar ist, läßt sich nur schwer erklären. Man denkt, wenn man vor seinen Bildern steht, an Savoir-vivre- Lebensart, die das Menschliche betont, Stil hat, Charme und Leichtigkeit. Ein gewisses Etwas. Vielleicht auch einen Hauch Chic.
Es steht außer Zweifel, daß Bildleistungen mit dem Menschen wachsen, kurzum, daß man es schwer hat, G. R. allein nach seinen Bildern zu beurteilen. Wann habe ich ihn eigentlich zum ersten Mal gesehen? Sicherlich in der gemeinsamen Studentenzeit in den späten vierziger Jahren - ich erinnere mich nicht daran. Aber an die erste Begegnung mit seinem Talent erinnere ich mich: Da war ein Wettstreit unter den sieben, acht Studenten des Semesters, und es galt, eine gipserne Hand zu fotografleren. Rösslers Lösung (ein Krimi-Plakat mit einem dämonischen Handschatten auf einem entstellten Gesicht) war mit Abstand die brillanteste Leistung, neidlos gewürdigt von allen Beteiligten. Ich bin sicher, daß man heute diesen Entwurf gar nicht mehr so brillant finden würde!
G. R. ist kein Modefotograf, wie man ihn sich landläufig vorstellt. Seine Erscheinung wirkt stilvoll, doch niemals gewollt modisch, obwohl er manchmal ein bißchen eitel ist. Er engagiert sich bis zur Leidenschaftlichkeit, wenn er schlechte Mode, schlecht In bezug auf die eigene Einstellung zur Kleidung, schlecht Im Sinne von unzweckmäßig, geschmacklos, fotografieren soll, versucht, das Erscheinungsbild Mode stets so zu beeinflussen,
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