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VORWORT
An wen wendet sich dieses Buch? Das ist eine Frage, die sein Verfasser selbst nicht leicht zu beantworten vermag. Von der Tiefe und Unbegreiflichkeit des Geheimnisses her, mit dem man es im Christentum zu tun hat, von der unübersehbaren Vielfalt der Menschen her, die das Christentum anzurufen versucht, ist es natürlich immöglich, allen Menschen zugleich etwas vom Begriff des Christentums zu sagen. Eine Einführung in den Begriff des Christentums wird dem einen vielleicht schon zu „hoch", zu kompliziert und zu abstrakt erscheinen, dem anderen noch zu primitiv sein. Der Verfasser, der sich an einigermaßen gebildete und die „Anstrengung des Begriffs" nicht scheuende Leser wenden möchte, muß eben hoffen, daß er solche findet, denen das Buch weder zu hoch noch zu primitiv vorkommt.
Die folgenden Überlegungen möchten sich daher auf einer „ersten Reflexionsstufe" bewegen. Es soll in diesem Vorwort nicht in einer subtilen erkenntnistheoretischen Überlegung erklärt werden, was damit gemeint ist. Die Voraussetzimg dieses Unterfangens ist schlicht die: Auf der einen Seite soll nicht einfach katechismusartig und in den traditionellen Formulierungen wiederholt werden, was das Christentum verkündigt, sondern es soll diese Botschaft - soweit es in einem solch kurzen Versuch möglich ist - neu verstanden imd auf einen „Begriff" gebracht werden; es soll dieses Christentum - unbeschadet seiner Einmaligkeit und Unvergleichlichkeit so gut es geht, in die Verständnishorizonte eines Menschen von heute eingerückt werden. Dabei soll nicht so getan werden, als ob ein Christ nicht schon vor derlei Überlegungen wüßte, was Christentum ist. Es soll aber auch nicht einfach von einem in sich selbst schon restlos beruhigten Glauben her bloß erzählt werden, was in jedem christlichen Katechismus traditioneller Art gesagt wird. Eine solche Absicht kann nicht ohne verhältnismäßig mühsame Überlegungen und nicht ohne begriffliche Arbeit verwirklicht werden. Auf der an-