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Vorwort
Muß man es ausdrücklich erwähnen? Selbstverständlich ist es verwegen, die Geschichte der Massenkultur in Europa auf derart begrenztem Raum darzustellen. Das Unterfangen bedeutete Verpflichtung und Freiheit zugleich: die Pflicht, durchgehende Linien und zentrale Fragestellungen straff herauszuarbeiten, ohne dabei den Blick auf den schillernden Stoff zu vernachlässigen; und die Entlastung vom Anspruch auf Vollständigkeit und Ausgewogenheit, die Freiheit zum Setzen deutlicher Akzente. So trägt die vorliegende Studie den Charakter eines essayistischen Abrisses.
Das Thema Massenkultur ist immer noch geeignet, Emotionen zu erwecken und Meinungen zu polarisieren. Da schien es angebracht, im ersten Kapitel neben einigen Hauptthesen auch knapp darzulegen, aus welcher Perspektive und mit welchen Maßstäben der Gegenstand behandelt wird. Wer aber möglichst schnell »zur Sache« kommen will, der kann die Lektüre ruhig mit dem zweiten Kapitel beginnen.
Die Darstellung beginnt im Vorfeld der modernen Populärkultur, schwerpunktmäßig in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie endet mit dem Übergang zu den 1970er Jahren. Die Massenkünste hatten - mit Radio, Fernseher, Plattenspieler - die privaten Haushalte erobert. Sie stellten nun unwiderruflich die Basiskultur der Gesellschaft; selbst die Rückzugsgefechte der Gegner flauten ab. Der umkämpfte Aufstieg, begonnen vor dem Ersten Weltkrieg, war erfolgreich abgeschlossen. Der Übergang zur Postmoderne warf ganz neue Fragen auf. So schien es sinnvoll, die historische Skizze hier enden zu lassen.
Massenkultur überschritt seit je politische und sprachliche Grenzen. Die Studie nimmt im wesentlichen Deutschland, Frankreich und Großbritannien in den Blick. Die Entwicklung in den agrarisch strukturierten Regionen Süd-, Mittel- und Osteuropas trug einen deutlich anderen Charakter und konnte, mit Ausnahme
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