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AUS DEM VORWORT ZUR ERSTEN AUFLAGE
Diese Studie möchte den Gedanken vom Königtum Gottes vom Alten Testament bis hinein ins Urchristentum verfolgen und dabei besonders auf seine Wandlungen und Weiterungen achten. Im Alten Testament und Spätjudentum prägt er sich zunächst in verschiedener Weise aus, und es gilt, den Ansatzpunkt für die Botschaft Jesu von der Königsherrschaft Gottes zu erfassen, sie mit den damals umlaufenden Ideen zu vergleichen und ihr Eigentümliches und Besonderes herauszustellen. Aber auch die eschatologische, endgültige Botschaft Jesu tritt nach Ostern noch in eine neue Verkündigungssituation. Die Urkirche weiß Jesus nun zur Rechten Gottes erhöht und zum „Herrn" bestellt, der die Gottesherrschaft in einer besonderen Weise ausübt, bis seine Parusie das vollkommene Gottesreich heraufführt. Nur durch eine solche heils- und oifen-barungsgeschiditliche Betrachtung wird es möglich sein, so scheint mir, auf immer wieder gestellte Fragen eine befriedigende Antwort zu geben: Wie konnte der für Jesu Botschaft so zentrale Begriff der Gottesherrschaft schon in der Urkirche weithin anderen Begriffen und Verkündigungsinhalten weichen? In welchem Verhältnis stehen „Reich Gottes" und „Kirche"? Wie ist Christi Herrschaft über die Kirche und über die Welt zu beurteilen?
Die hier vorgelegte bibeltheologische Monographie, zu der mich oft geäußerte Wünsche veranlassen, möchte zunächst der theologischen Wissenschaft dienen. Vielfach beklagt man, daß über das grundlegende Thema der Verkündigung Jesu noch nicht genügend Klarheit und Einigkeit im katholisdhen Raum gefunden seien. Vielleicht fehlt es einfach noch an einer guten theologischen Sprachregelung; aber auch tiefere Abweichungen in der Auffassung sind nicht zu verkennen. Da möchte nun der Exeget seinen Beitrag leisten und sich um den ursprünglichen Sinn im Munde Jesu und in der Verkündigung der Urkirche bemühen. Auch das Neue Testament gibt uns noch nicht klar abgegrenzte Begriffe an die Hand und kann es auch schwerlich, wenn wir jenen angedeuteten offenbarungsgeschichthchen Prozeß bedenken; aber es lebt doch ursprünglich und stark in diesen Gedanken und gibt uns auch wertvolle Hinweise für eine bessere Sprachregelung. So macht die vorliegende Studie den Versuch, gegenwärtige Gottesherrschaft und künftiges Reich, Gottesherrschaft und Herrentum Christi, Christi Herrschaft über die Welt und über die Kirche zu unterscheiden und dadurch auch das Verhältnis von „Gottesreich" und „Kirche" besser ab-
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