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ERSTER TEIL: Die Familie
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Das Haus hatte zwei Zimmer. Es bildete mit neun andern den Weiler Heatherbrooke in der Grafschaft Durham; noch vor zwei Stunden hatte es dreizehn Mitglieder der Familie Brodie beherbergt, jetzt waren drei von ihnen tot. Cissy Brodie stand in dem matt erhellten Raum und betrach-tete ihre leblosen Eltern im weifíen Totenhemd, die nebenein-ander auf dem Bett lagen. Zu ihren Füfíen lag das Neugebo-rene. Die fünfzehnjáhrige Cissy vermochte es nicht zu fassen. Dafí die Fieberkrankheit ihre Mutter hinweggerafft hatte, konnte sie verstehen; denn mit jedem Kind war die Mutter schwácher geworden. Aber unbegreiflich war, dafí die Krank-heit ihr auch den Vater geraubt hatte, denn kein Landarbeiter in der ganzen Gegend hatte sich an Kraft mit ihm messen können. Als der elfjáhrige John, die zehnjáhrige Nancy und der achtjáhrige Peter vor drei Jahren am Fieber gestorben waren, hatte der Vater gesagt, es liege daran, dafí sie der Mutter nachgeschlagen und nicht kráftig genug waren. Er hatte auf Cissy gewiesen und gesagt: »Du warst auch krank und bist nicht daran gestorben. Du schlágst námlich mir nach.« Doch gütig wie er war, hatte er das nicht vor der Mutter gesagt. Und nun war der Vater tot. Was sollte sie tun? Was sollte aus ihnen werden? Aufíer ihr waren neun Kinder zurückgeblie-ben; das álteste, Jimmy, záhlte erst zehn Jahre, das jüngste elf Monate. Wie sollte sie die Geschwister ernáhren? Vorige Woche hatte der Bauer Hetherington ihnen Steckrűben gegeben und táglich zwei Liter abgerahmte Milch; aber sie wufíte, dafí seine Grofízügigkeit nur von der Erwartung her-rührte, dafí der Vater diese Woche wieder zur Arbeit kommen würde. »Cissy «