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EinleitungDie Menschheit ist frauenfeindlich - dieser Tatsache muß man ins Auge sehen. Ebenso natürlich und mit dem gleichen guten Gewissen, wie sie atmen, sind die Menschen frauenfeindlich. Ob man sich mit Geschichte, Literatur oder Philosophie befaßt - man stellt fest, daß Frauenfeindlichkeit mit allen Handlungen unseres Lebens so eng verknüpft und in unserer Kultur so tief verwurzelt ist, so allgemein verbreitet und so normal, daß man sie zumeist nicht einmal wahrnimmt. Doch man findet sie in fast allen Religionen, und noch heute beeinflußt sie das Verhalten der meisten Männer und sehr vieler Frauen.Um Freud zu verstehen, muß man sich statt einer Brille Hoden auf die Nase setzen, hat ein Surrealist zu André Breton gesagt. Um die Frauenfeindlichkeit zu verstehen, um sie hinter ihren verschiedenen Verkleidungen zu erkennen, muß man statt einer Brille Brüste haben. Denn nie oder zumindest fast nie - und dieses fast bildet genau das Thema dieses Buches - haben sich die Privilegierten um die seelische Verfassung derer gekümmert, die sie beherrschten, sei es aufgrund der Geburt, des Geschlechts oder der Hautfarbe. Sie waren immer der Meinung, Gott, die Vorsehung oder die Natur habe sie privilegiert, und damit waren sie von allen Skrupeln befreit.Es gibt tausendundeine Spielart, frauenfeindlich zu sein. Da sind jene, die auf die Frauen bauen, um im Namen des angeblichen Glücks der Frauen den Fortbestand der Familie zu sichern; jene, die vorgeben, sie gegen sich selbst zu verteidi-