Bővebb ismertető
Längst hat man sich wieder daran gewöhnt, die Dresdener Gemálde in Dresden zu sehen, so, als wáre das niemals anders gewesen; und es ist doch anders gewesen, 17 Jahre lang! Seit 1938/39 hatte die Galerie nicht mehr besucht werden können, und ab 1945 befanden sich die Gemálde in sicherer Obhut in sowjetischen Museen. Dann kam 1955, für AuBen-stehende ohne alle Vorbereitung, die Nachricht aus Moskau: Die Dresdener Gemálde kehren zurück. Im Winter 1955/56 konnten die Kunstfreunde in der Berliner Nationalgalerie und ab Juli 1956 wieder in der zum Teil rekonstruierten Sempergalerie die Meisterwerke der Sammlung sehen. 1957 erschienen in Paris, als eine sehr persönliche und zugleich sehr französische Reaktion darauf, daB Dresden, die beinahe ausgelöschte Stadt, seine Bilder wieder hatte, die 1956 von Aragon und Jean Cocteau geführten «Gespráche über die Dresdener Galerie».
Noch andere Bücher sind damals geschrieben worden über die Dresdener Gemálde, in Dresden natürlich, aber auch in Moskau, schon 1956 und 1957. Michael W. Alpatows «Dresdner Gemáldegalerie», zuerst in Moskau 1957 veröffentlicht, kam und kommt seit 1966 in immer neuen deutschen Auflagen heraus und hat vielen Galeriebesuchern geholfen, sich diese Sammlung zu erschlieBen. Inzwischen habén Verlage in aller Welt die Gemáldegalerie Dresden für sich entdeckt.
Erst 25 Jahre nach dem französischen Originál erscheint die Über-setzung der Bildergespráche von Aragon und Jean Cocteau, kein Sach-buch, aber eine fesselnde Unterhaltung zweier Dichter über Kunst, in der die historischen und kunsthistorischen Fakten, die zumeist Aragon beisteuert, nur zum Ausgangspunkt für die unterschiedlichsten Über-legungen genommen sind und selbst für weitláufige Abschweifungen, die wir zumeist Jean Cocteau verdanken. Kommt das Buch vielleicht zu spát, 25 Jahre, nachdem diese Gespráche geführt worden sind?
Ehemals lag Dresden ganz nahe bei Paris. Im 18. Jahrhundert war zwischen diesen beiden Stádten des Hin- und Herreisens kein Ende. Künstler wie Politiker trugen zu den fortwáhrenden Begegnungen bei, und schlieBlich hatten drei französische Könige eine sáchsische Prin-zessin zur Mutter: Ludwig XVI., Ludwig XVIII., Kari X.; einer guillo-tiniert, einer durch die Revolution von 1830 gestürzt. Maria Josepha, Tochter Augusts III., Mutter der genannten Könige, war die Nichte eines berühmten Feldherrn, der aus Sachsen kam und in Frankreich diente. Moritz von Sachsen, der legendáre «Maréchal de Saxe», der Sieger von Fontenoy und Lawfeld (von dem Goethe einmal getráumt hat), war ein Sohn Kurfürst Augusts des Starken und ein Vorfahr der George Sand.