Bővebb ismertető
1. Der Gegenstand der Geschichtswissenschaft
Der Begriff »Geschichte« bezeichnet ebenso den Gegenstand wie die Wissenschaft, die sich mit diesem Gegenstand beschäftigt, Geschidite meint ebenso eine Bewußtseinsform wie das Aneinanderreihen von Fakten und deren Interpretation. Diese terminologische Unscharfe ist symptomatisch für die Beschäftigung mit der Geschichte, deren Charakter als Wissenschaft zu manchen Zeiten genausogern angezweifelt wird wie er zu anderer Zeit überbewertet wurde.
Den Versuchen, im modernen Sprachgebrauch säuberlich zu unterscheiden zwischen dem Gegenstand Gesdiichte — Materie des vergangenen Geschehens — und seiner Behandlung durch die »Historie« — Umgang mit der Geschichte — war nie Erfolg beschieden. Etymologisch bedeutete das aus dem althochdeutschen »giskiht« kommende Wort Geschichte das augenblickliche, zufällige Ereignis, die einzelne Begebenheit, meinte aber auch Schicksal und Zufall. Dieser Spradigebrauch läßt sich bis ins 18. Jahrhundert verfolgen, daneben wurde der über das Lateinische aus dem Griechischen übernommene Begriff Historie verwendet, der das Erforschte, Erkundete, den Bericht und die Darstellung über die Geschichte meinte. Im 17. und 18. Jahrhundert begannen sich die beiden Bedeutungen zu überlagern, bis der Ausdruck Historie selten vrarde. Interessant ist, daß sich ungefähr zur Zeit der Französischen Revolution aus dem nur in Pluralform auftretenden Geschichtsbegriff ein Singular entwickelte, der Geschichte als Einheit und nicht die Summe von Ereignissen oder nicht aufeinander bezogene einzelne geschichtliche Abläufe meinte. Hier wäre die Geburtsstunde des modernen Geschichtsbegriffs, gleichzeitig mit den Anfängen der Geschichtswissenschaft, anzusetzen.