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István Eörsi Das Recht des letzten WortesIAls Georg Lukács nach zehnjähriger Parteilosigkeit 1967 sein Parteibuch zurückerhielt, hatte er den Eindruck, daß diese erneute Wende in seinem Leben eine Erklärung erforderlich mache. Schließlich war er in der Zeit des Volksaufstands von 1956 Kultusminister gewesen, und schließlich hatte er auch später seine Solidarität jenen Kommunisten gegenüber nicht öffentlich aufgekündigt, mit denen er zusammen nach Rumänien verschleppt worden war und von denen einige die Internierung trotz maßgeblicher Versprechungen nicht lange überlebt haben, um es taktvoll auszudrücken. Lukács selbst durfte 1957 nach Budapest zurückkehren, aber hier wurde ihm der Posten der ideologischen Hauptgefahr zugeschanzt. Seine Schriften durften in Ungarn nicht herausgegeben werden, und man unternahm auch alles, um Publikationen im Ausland zu verhindern. Erst die Vorbereitungen zur ungarischen Wirtschaftsreform schufen eine neue Lage. In einer solchen Entstalinisierungsphase schien es unmöglich anzugehen, Georg Lukács auch weiterhin als ideologische Hauptseuche zu betrachten. Es kam noch hinzu, daß in führenden Kreisen der Partei die Meinung Oberhand gewonnen hatte, es sei ratsam, sich noch vor Lukács' Tod mit ihm auszusöhnen, damit sich nicht der Fall jenes anderen bedeutenden ungarischen Kommunisten wiederholen würde, der Fall Attila Jözsefs, der Anfang der dreißiger Jahre aus der Partei ausgeschlossen worden war