Bővebb ismertető
Ein lykischer Sarkophag ragt wie verzaubert aus dem -kristallklaren Meer von Slmena.
VORWORT
Die unglaublichen Farben, die das Meer in diesem Teil der südlichen Türkei annimmt, haben diesem von Mittelmeer umspülten Landstrich, der sich etwa von Fethiye bis Alanya hinzieht, den Namen «Türkisküste» eingebracht. Die Türken nennen ihn jedoch auf Grund der außergewöhnlichen Klarheit des Wassers schon von jeher Ak Deniz, was soviel bedeutet wie «weißes Meer». Man erzählt sich, daß die ägyptische Königin Kleopatra oft diese herrlichen Gestade aufsuchte, weil sie sich von der makellosen Schönheit der Landschaft angezogen fühlte. Im Landesinnern finden wir eine üppige Vegetation vor. Die schneebedeckten Berge der Tauruskette bilden eine natürliche Barriere und sorgen für ein mildes Klima. Das Taurusgebirge zieht sich vom Mittelmeer bis zum Euphrat hin. Vom Wind zerklüftete Klippen, noch unerforschte Grotten, die sich tief in die Küste hineingegraben haben, kristallklare Flüsse und saftig grüne Pinien, die so nahe ans Meer reichen, daß sie es gleichsam zu berühren scheinen, geben der Gegend einen zauberhaften Reiz. Diese Küste mit ihren zahlreichen Buchten, Einschnitten und Inselchen, ist reich an Zeugnissen menschlicher Geschichte. Man findet wohl schwerlich in einer anderen Region der Türkei so viele dicht beieinaderliegende Monumente und architektonische Bauwerke wie auf diesem herrlichen Fleckchen Erde: Römische Theater und Tempel, Triumphbögen und antike Felsengräber, Festungen aus seldschukischer Zeil und byzantinische Kirchen sind eng gesät. Um 1200 v. Chr., zogen es viele griechische Helden nach der Eroberung der sagenumwobenen Stadt Troja vor, sich an dieser äußerst reizvollen und gastlichen Küste niederzulassen, anstatt in ihre Heimat zurückzukehren. Sie wurden zu Gründern autonomer Stadtstaaten. Die anatolische Halbinsel wurde auf diese Weise ein wichtiger Bestandteil der hellenischen Kultur und fungierte als Pufferzone gegen das Eindrin-
gen von Barbaren. Im III. Jahrhundert v. Chr. erlebte auf diesem Boden der Lykische Bund seine Blütezeit. Er zählte dreiundzwanzig Mitgliedsstädte, von denen Myra, Olympos, Patara, Pi-nara, Tlos und Xanthos am bedeutsamsten waren. Im Jahre 45 n. Chr. wurden unter dem römischen Kaiser Claudius Lykien und die andere Küstenzone, die Pamphylien hieß, mit ihren wichtigsten Zentren — Side, Aspendos und Perge zu einer einzigen großen Provinz zusammengeschlossen. Die Region konnte unter den römischen Kaisern einen erheblichen Zugewinn an Ansehen und Wohlstand verzeichnen. Mit den arabischen Raubzügen im V. Jahrhundert ging ihre Bedeutung zurück. Jedoch haben nicht nur die Zeugnisse aus römischer Zeit dem gesamten Landstrich ein ihm eigenes Gepräge gegeben, sondern auch die seldschukischen Türken, deren Architektur sich durch eine stark ins Auge fallende Originalität auszeichnet, verliehen ihm einen besonderen Charakter. Die Eigenheiten der seldschukischen Bauweise kann man sowohl aus den zu religiösen Zwecken errichteten Bauwerken — wie z.B. den Madrasen (theologische Schulen die mit den Moscheen in Zusammenhang stehen) — herauslesen, als auch aus den zu öffentlichen Zwecken erbauten Gebäuden, wie den Karawansereien, die in großer Zahl entlang der Karawanenwege entstanden, um den Pilgern auf ihrer Reise nach Mecca Schutz und Obdach zu gewähren. Die sogenannten «Türbe» sind kleine mausoleumsähnliche Andachtsstätten, deren Form man von den Nomadenzelten abgeschaut hat.
Die Seldschuken beschränkten sich nicht nur auf die Errichtung von Gebäuden, sondern sie begannen auch mit jener Teppichherstellung, deren Techniken sich von nun an über Jahrhunderte hinweg weitervererbten und die zu einer des vielen handwerklichen Erwerbsquellen dieser herrlichen Regioti der Türkei wurde.
3