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Gans abergläubisch
Verdächtigst du jemanden eines Diebstahls, so lege heimlich eine Gänsezunge unter sein Kopfkissen; dann gesteht er alles.
Willst du die Gänsesprache erlernen, so schlag einer weil?en Schlange den Kopf ab, spalte ihn, verbirg darin eine Erbse und vergrabe ihn dann in der Erde. Daraus wächst eine Erbsenstaude. Wenn du deren erste Schote ißt, kannst du die Gänse verstehen. Wenn du deine Sommersprossen los sein möchtest, so streiche nur mit jungen Gänsen über dein Gesicht, und die Sommersprossen werden verschwinden.
Gänseeier, gebacken und in einem Mörser zersto(?en, liefern ein Pulver, das erfrorene Füi?e heilt. Zwerge und Erdmännchen haben Gänsefüße. Wenn man vor dem Herd Asche ausstreut, so daß die Zwerge darin ihre eigenen Fußabdrücke sehen, verlassen sie das Haus. Wenn ein Komet am Himmel steht, nimm einen Farnsamen und stecke ihn in den Federkiel von einer weißen Gans. Den Federkiel verschließe mit dem Wachs von Totenkerzen. Mit diesem Talisman hast du immer Glück.
(nach: Bächtold-Stäul")ii, Handwörter-l?uch des deutschen Aberglaubens)
Gans astrein
Auf dem lateranischen Konzil von 1215 mußte Papst Innozenz den Genuß von Bernickelgänsen während der 40-tägigen Fastenzeit streng verbieten. Immer mehr Leute, besonders in Flandern, hatten nämlich trotz des Fasten-
gebots ungeniert diese wilden Gänse verspeist - mit der bauernschlauen Begründung, die Bernickelgans wachse auf Bäumen und sei deshalb zum Obst zu rechnen.
Tatsächlich war die »Baumgans« ein fester Bestandteil der mittelalterlichen Zoologie. Ein muffig riechendes Lexikon weiß folgendes zu berichten: »In dem Erzbisthume Kent wachsen an der Küste des Meeres Bäumchen von der Größe der Weiden. Aus denselben schlagen Knoten als Vorausver-künder der zukünftigen Hervorspros-sung aus, und wenn sie nach den Zeiten der Creation hervorgewachsen sind, bilden sie sich zu Vögelchen, welche an dem Schnabel herabhangen.
Gúfis WdS Feines