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Peter Hannig Johann Heinrich Füßli
Am Mittwoch, dem 31. Dezember 1823, schrieb Johann Peter Eckermann in sein Tagebuch: «Bei Goethe zu Tisch in mancherlei Gesprächen. Er zeigte mir ein Portefeuille mit Handzeichnungen, unter denen besonders die Anfänge von Heinrich Füßli merkwürdig.» Goethe erwarb das Portefeuille mit dreiundzwanzig Handzeichnungen Füßlis wahrscheinlich durch Vermittlung von Lavater. Weder waren Goethe und Füßli einander begegnet, noch standen sie im Briefwechsel, aber der Olympier in Weimar zeigte ein recht reges Interesse für Füßlis Kunst, wenngleich seine Einstellung zu ihr von Begeisterung bis zu kühler Distanz schwankte. Er hinterUeß zur Kunst Johann Heinrich Füßlis nur wenige Bemerkungen, von denen die ergiebigste eine Tagebucheintragung vom 9. August 1797 ist: «Die Sujets, die er wählt, sind sämtlich abenteuerlich und entweder tragisch oder humoristisch, die ersten wirken auf Einbildungskraft und Gefühl, die zweiten auf Einbildungskraft und Geist. Die sinnliche Darstellung braucht er in beiden Fällen nur als Vehikel. Kein echtes Kunstwerk soll auf Einbildungskraft wirken wollen; das ist Sache der Poesie. Bei Füßli's sind Poesie und Malerei immer im Streit, und sie lassen den Zuschauer niemals zum ruhigen Genuß kommen; man schätzt ihn als Dichter, und als bildender Künstler macht er den Zuschauer immer ungeduldig.»
Füßli fand zeitlebens wenig Anklang beim Publikum. Er hatte vielmehr seine Bewunderer in gehobeneren Kreisen.