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Vorbemerkung
Obwohl die in dem vorliegenden Band gesammelten Aufsätze für verschiedene Gelegenheiten und im Zeitraum von mehreren Jahren geschrieben wurden, verbindet sie doch mehr als nur eine einheitliche Denk- und Betrachtungsweise. Eine Sammlung von Essays ist befriedigend, doch zugleich problematisch - das erste, weil sie verstreute und oft nicht mehr zugängliche Veröffentlichungen vereint, das zweite, weil sie den Autor verlockt, den Anspruch auf einen Zusammenhang zu erheben, den die einzelnen Stücke selten rechtfertigen.' Doch ich möchte betonen, daß die hier vorgelegten Aufsätze die Konvergenz von zwei Interessengebieten zeigen, die mein Denken und Forschen seit geraumer Zeit beherrschen, tatsächlich schon seit den ersten Anfängen meiner wissenschaftlichen Tätigkeit: die deutsche Kultur und jene Bewegung um die Jahrhundertwende, die man »die Moderne« nannte. Die Zentralfigur dieser Sammlung von Aufsätzen, der deutsche Jude - oder genauer, der jüdische Deutsche -, verbindet in sich diese beiden Interessengebiete in gewissermaßen tragischer Vollständigkeit: er ist zugleich Deutscher und »Moderner«, ein Symbol - für sich selbst wie für seine Bewunderer und Verächter - der tiefen und oft traumatischen Veränderungen, die die abendländische Kultur zu der gemacht haben, was sie heute ist; er ist eine Metapher für Modernität.
Ich stelle dieses geistige Panorama, diese zueinander passende Anhäufung von Ideen, Wertmaßstäben und Sitten und Gebräuchen nicht als einen buchstäblich zu nehmenden Bericht vor. Dieses Buch handelt, implizit doch dominierend, von Metaphern - von den Türen, die sie öffnen, aber auch von dem Schaden, den sie anrichten -, und ich möchte schon hier sehr nachdrücklich feststellen, daß zwar das besondere Bild des