Bővebb ismertető
ZU DIESEM HEFTDas Bild des Deutschen ist so schief wie alle Blüten aus dem Sumpf der Völkerpsychologie, von denen allerdings nicht allein der xenophobe Affekt profitiert. Über den Italiener, den Franzosen, den Engländer etc., aber eben auch über den Bayern, Preußen, Sachsen, Schwaben etc. >-' meist herablassend - zu schwadronieren, ist keineswegs allein eine Angelegenheit mehr oder weniger berauschter Holzköpfe an ihren Stammtischen, sondern eine uralte, in der ganzen Welt verbreitete Tätigkeit. Der Deutsche allerdings hat allen Grund, bei dieser sowieso nicht ganz ungefährlichen Beschäftigung Vorsicht walten zu lassen. Und das nicht nur, weil er selbst Gegenstand eines Arsenals wenig schmeichelhafter Vorurteile im europäischen und weiteren Ausland geworden ist, die, mitsamt der dahinter steckenden Geschichte, sein Bild bis zur Kenntlichkeit verzerrt widergeben (rechts oben: Der Deutsche, wie er in der überaus erfolgreichen italienischen Comic-Serie Sturmtruppen gesehen wird). In diesem Heft haben wir Beiträge ausländischer und deutscher Autoren gesammelt, die sich den klassischen Boches, widmen, aber auch auf das Bild der Deutschen in sich selbst blicken.In Freibeuter 46 hat der italienische Publizist Piergiorgio Bellocchio über einige beschämende Aspekte der neuerlichen Begeisterung linker Proselyten für Carl Schmitt geschrieben. In diesem Heft erklärt Perry Anderson, einer derführenden Ideenhistoriker in England, warum Schmitts aggressiv antidemokratisches Denken und Werk sich, gemeinsam mit dem seiner Zeitgenossen Hayek, Strauss und Oakeshott am Ende des Jahrhunderts unter westlichen Politikern einer so großen Beliebtheit erfreut.Daß es auch mit achtundneunzig Jahren für ein Debüt noch nicht zu spät ist, bewies Ernst Jünger, der erstmals in der Zeitschrift Sinn und Form Tag- und Nachtträume zu Hitler, Spengler und dem tragischen Bruderkampf zwischen den nordischen Brudervölkern England und Deutschland im Zweiten Weltkrieg veröffentlichen durfte. Die Art in der interessierte Kreise ihm gegen Kritik zur Seite sprangen, bewog uns, einiges aus der Arbeit der Kollegen zu dokumentieren. Wir werden diese Rubrik nach (vorhandener) Lust und (bei guter) Laune fortsetzen.Die Redaktion