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360° in der fotografié
Die nicht nur großartigste, sondern sicher auch der Länge nach größte horizontale Reproduktion einer Landschaft heißt „Das Dach der Schweiz". Diese überwältigende Aufnahme stammt von dem Schweizer Fotografen Emil Schulthess. Das 3 6o-Grad-Alpenpanorama, das inzwischen viele Zimmerwände ziert, ist, vom technischen Aufwand gesehen, nicht gerade billig, zeigt aber sehr deutlich, welche Möglichkeiten die Fotografie — von der industriellen Produktion betrachtet — bietet. Der Hubschrauber, der für Schulthess' Aufnahme die Sonne verfinsterte, um Lichtspiegelungen im Objektiv zu vermeiden, sei nur am Rande erwähnt; ihn konnte bis jetzt auch die letzte Perfektion industrieller Fertigung noch nicht ersetzen. „Superfischaugen" machen in den letzten Jahren fotografische Aufnahmen möglich, die noch am Anfang des vergangenen Jahrzehnts undenkbar erschienen. Daneben aber fotografieren moderne Industriemanager die auf Wandtafeln festgehaltenen Ergebnisse wichtiger geschäftlicher Besprechungen und senden das in Sekundenschnelle fertige Produkt im Briefumschlag von Kontinent zu Kontinent. Die Chemiker ermöglichen es, mit Verfahren wie zum Beispiel der Agfacontour in der Medizin und in vielen anderen wissenschaftlichen Anwendungsbereichen neue Wege zu gehen. Ebensowenig wie abzusehen ist, wann Wissenschaft und Technik — herausgefordert durch die internationale Konkurrenz auf freien Märkten — das Tempo auch nur verlangsamen, mit dem von dieser Seite die Fotografie immer wieder neue Impulse bekommt, ist auch sicher nie abzusehen, wann der Mensch die Schritte verlangsamt, mit denen er immer wieder neue Wege in der Aufnahmetechnik und in der Gestaltung seiner Bilder geht. Die professionelle und auch die Amateurfotografie nehmen ständig größere Räume für sich ein. Wir haben es deshalb als eine neue Aufgabe angesehen, die Leistungen von Fotografen aus aller Welt in einem Abriß, in einem Digest, zusammenzustellen. In dem hier vorliegenden Buch sollen nicht nur die Höhen und Tiefen menschlichen Erlebens auf fünf Kontinenten festgehalten, sondern auch Ereignisse dargestellt werden, die Wissenschaft und Kunst, Religion und Kultur, Folklore und gesellschaftlichen Fortschritt repräsentieren. Es ist erregend, mitzuerleben, wie Sven Simon Berlin sieht, Harvey Lloyd New York oder Wolfgang Volz London.
Mit dem „foto digest international" schließt sich eine neue Produktion in veränderter Form den vielen Titeln an, die innerhalb der hobby-Bücherei der Fotografie gewidmet sind. Verlag und Redaktion hoffen, daß ihnen damit auf dem Gebiet der Veröffentlichung und Verbreitung international wertvoller Fotografie ähnlich wie Emil Schulthess ein 360-Grad-Rundblick gelungen ist.
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