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Die Welt der Fische Die Fische sind die artenreichste Gruppé aller Wirbeltiere. Die Fachleute schátzen die Fischarten der Heutzeit auf 30-40 000, und alljáhrlich kommen einige neu entdeckte hinzu. Die Vielfáltigkeit ihrer Körperform ist fast unerschöpflich: von der Wurmgestalt bis zur stacheligen Kugel, vom lebenden Stein bis zum Kasten, von der Torpedoform bis zur schwimmenden Bratpfanne finden wir alle möglichen Gestalttypen. Aber am bizarrsten gebaut sind die wahrhaft phantastisch aussehenden Fische der Tiefsee. Auch der Reichtum der...
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Die Welt der Fische Die Fische sind die artenreichste Gruppé aller Wirbeltiere. Die Fachleute schátzen die Fischarten der Heutzeit auf 30-40 000, und alljáhrlich kommen einige neu entdeckte hinzu. Die Vielfáltigkeit ihrer Körperform ist fast unerschöpflich: von der Wurmgestalt bis zur stacheligen Kugel, vom lebenden Stein bis zum Kasten, von der Torpedoform bis zur schwimmenden Bratpfanne finden wir alle möglichen Gestalttypen. Aber am bizarrsten gebaut sind die wahrhaft phantastisch aussehenden Fische der Tiefsee. Auch der Reichtum der Farbkleider ist unvorstellbar, von der glasklaren Durchsichtigkeit des Körpers bis zu förmlich sprühenden Paletten mit Farbzusammenstellungen, wie man sie in dieser Üppigkeit nicht einmal bei den Insekten und tropischen Vögeln findet. Auch sámtliche an das Wasser gebundenen > Lebensráume der Meere und des Festlandes wurden von den Fischen erobert. Von den 10 000 m tiefen, völlig lichtlosen und unter unvorstellbar hohem Wasserdruck stehenden Tiefseegráben und von unterirdischen Höhlengewássern bis zu reifienden Gebirgsflüssen und Wasserfállen in einigen Tausend Metern Höhe findet man die Fische in diesem riesigen Verbreitungsgebiet; manchen Arten ist sogar bis zu einem gewissen Grade eine Anpassung an das Luftleben gelungen; sie stofien flatternd und segelnd aus dem Wasser, klettern oberhalb der Oberfláche auf Felswánden umher oder erklimmen sogar Báume. Man kann sich gut vorstellen, dafi eine Tiergruppe mit einer so grófién Zahl von Anpassungsformen nicht nur den Fachmann zum Studium reizt, sondern in vielfacher Hinsicht auch den Laien fasziniert. Was aber ist nun eigentlich ein Fisch? Diese Frage ist viel weniger leicht zu beantworten als man gemeinhin annehmen möchte. Eine Definition des Fisches im weiten Sinne ist auch erheblich schwieriger, als es für die Sáugetiere, Vögel oder Kriechtiere der Fali ist. Beginnen wir mit einer negativen Abgrenzung: Obwohl allgemein als Fisch bezeichnet, gehören die Vertreter von vier Tiergruppen nicht dazu. Die Tintenfische, die zu den Weichtieren gerechnet werden und somit mit Muscheln und Schnecken nahe verwandt sind; die Fischsaurier, ausgestorbene, fischáhnlich gebaute und standig im Wasser lebende Echsen der Kreide- und Jurazeit; die Walfische oder richtiger Wale, die völlig an das Wasserleben angepafite Sáugetiere sind, zu denen nicht nur die grófién Bartenwale, sondern u. a. auch die intelligenten Delphine gehören; die Silberfischchen, insektenahnliche Tiere (Urinsekten), die bei Nacht gern in den Wohnungen umherkrabbeln und nur wegen ihres silbrigen Glanzes als Fischchen bezeichnet werden. Eine weitere Tiergruppe gehört ebenfalls nicht zu den Fischen, obwohl sie diesen recht nahe steht. Hierzu záhlt das im Sande der Nordseeküste lebende Lanzettfischchen (Branchiostoma lanceolatum), das überall in der Welt áhnlich gebaute Verwandte hat, die allesamt in der Familie der Röhrenherzen zusammengefafit werden. Diese Fische gehören schon zu den Chordatieren und habén auch eine fischáhnlich langgestreckte Gestalt; sie besitzen aber noch keinen Schádel und habén als Achsenskelett nur eine Rückensaite (Chorda dorsulis), d. h. entlang des Rückens einen Stáb von knorpeláhnlicher Festigkeit. Die Röhrenherzen besitzen zwar einen niedrigen Flossensaum, habén aber keine paarig gebauten Flossen. Auch fehlt ihnen ein zentrales Herz, vielmehr verláuft unter der Kiemenhöhle eine Hauptader des Blutkreislaufs, die in ihrer ganzen Lángé pulsiert und als Pumpe das Herz ersetzt. Somit kann das Lanzettfischchen trotz seines Namens wegen dieser grófién Unterschiede noch nicht zu den Fischen gerechnet werden. Und doch ist es auf unserer Entwicklungstafel abgebildet, weil man es sozusagen als ein Modell der Entwicklungstheorie ansieht. Obwohl man bisher keinerlei entsprechende Versteinerungen gefunden hat, glauben viele Wissenschaftler, dafi so áhnlich die ersten fischartigen Tiere, die sich aus wurmáhnlichen Vorfahren entwickelten, ausgesehen habén müssen. Auch die Fische im weitesten Sinne - man spricht von Fischartigen und Fischen -, von denen im folgenden die Rede ist, bilden noch eine recht heterogene Gruppé. Alle ihre heutzeitigen Vertreter sind so vielgestaltig und in wesentlichen körperlichen Merkmalen so unterschiedlich, dafi man sie in drei Klassen aufgliedern mufi, námlich in die Rundmáuler,

Termékadatok

Cím: Fische [antikvár]
Szerző: Dr. Wolfgang Klausewitz
Kiadó: Delphin Verlag
Kötés: Félvászon
Méret: 210 mm x 280 mm
Dr. Wolfgang Klausewitz művei
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