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in diesen tagen Abends liegt ein siebenjähriges Kind im Bett. „Ich muß immer darüber nachdenken," - „Worüber?" - „über das Erdbeben und die Menschen, die verschüttet unter ihren Häusern liegen." - Unsere Kinder sehen Nachrichten, Filme über Krieg oder Hunger, über Liebe und Ehescheidung, Verbrechen und Mord. Entweder, weil sie gerade allein zuhause sind oder länger aufbleiben dürfen, oder weil die Eltern mal ungestört sein wollen. Sicher gibt es viele Mütter und Väter, die genau beachten, was ihre Kinder sehen, die sich bei schwierigen Themen mit ihnen unterhalten. Aber genauso viele Kinder gibt es, die ab ungefähr zehn Jahren alles rezipieren dürfen. Ein
Keine Glättung der Wirklichkeit Für mich bedeutet das: Man muß den Kindern in einer verständlichen Sprache vom Leben erzählen. Man kann die wesentlichen. dos Leben bestimmenden Erscheinungen und Prozesse Kindern mitteilen, wenn man die geeigneten Worte, die richtige Art dafür findet. Aber wie gesagt, die Adresse drei bis vierzehn Johre verweist natürlich auch auf sozial gebundene Altersbesonderheiten. Es gibt sie nun einmal. Sie sind zu beachten, wenn man verständlich über das Leben erzählen will. Nun darf man dabei nie vergessen, wieviel Kinder von den Kinder müssen nicht nur erzogen werden Nach dem II. Nationalen Festival für Kinderfilme der DDR
Beleg dafür: Die Masse der Autogrammwünsche an die Film- und Fernsehlieblinge kommt von Kindern, die Erwachsenenfilme gesehen haben. Woher kommt dieses Interesse für den Erwachsenenfilm? Ist es Neugier, oder liegt es daran, daß ein Kind recht schnell groß sein will? Oder funktioniert die relative Trennung In Kunst für Kinder und Kunst für Erwachsene von einem bestimmten Alter nicht mehr? Trotzdem glaube ich, doß Kunst speziell für Kinder notwendig ist, weil Verstand, Gefühl und Lebenserfahrung von Kindern zwischen drei bis vierzehn Jahren sich nicht nur in dieser Zeltspanne unterscheiden, sondern weil es auch objektive soziale Unterschiede zu den Erwachsenen gibt, Der bekannte tschechoslowakische Szenarist Ota Hofmann sagt: „Es gibt nur einen einzigen Unterschied zwischen der Kunst für Kinder und der für Erwachsene: Den Unterschied in der Adresse, daraus ergibt sich alles übrige." in unserer Welt vorhandenen Konflikten erfahren. Glättung und Kindertümelei schlagen deshalb doppelt und dreifach zu Buche, well sie von den meisten jungen Zuschauern als zu naiv und kindisch abgetan werden. Es ist vielleicht kurios, aber ich mochte als Kind keine Kinderfilme. Zugegeben, es gab sicher weitaus weniger gute Filme dieser Art als heute, aber mich störte es empfindlich, wenn nur Kinder untereinander agierten, wenn die Erwachsenen weggelassen wurden. Mich interessierte auch deren Welt. Und wir sollten auch heute uns nicht zu sehr auf die Erlebnis-weit der Kinder einengen. Aus der Kunst für Kinder darf keine Spiel- oder Spinnecke, keine Idylle werden. So sollten die Volks- und Kunstmärchen in aller Schönheit und Würde erzählt werden (was Humor und Deftigkeit nicht ausschließt). übrigens bietet dos Märchen hervorragende Möglichkeiten, die materialistische Philosophie anschaulich zu machen und den Klassencharakter unserer Moral zu zeigen. Aber zurück zum Thema. Warum hat eigentlich Shakespeare nie ein Stück für Kinder geschrieben? Die Einteilung in Kunst für Kinder und Kunst für Erwachsene gab es bis dato nicht. Dieser Fakt enthält, dialektisch gesehen, vieles, was uns zum Nachdenken anregen sollte. Erst mit der Entwicklung, die das aufgeklärte Bürgertum brachte, mit der Einführung der Schulbildung, entstand die Pädagogik als Wissenschaftszweig. und in diesem Zusammenhang entstand auch nach und nach eine Kunst für Kinder, die sich Im wesentlichen auf das Gebiet der Literatur bezog. Es ist ein Fortschritt in der Menschheitskultur, wenn sie sich leisten kann, Kunst für Kinder in einer so ausgeprägten und hochgestochenen Form wie heute und besonders In unserem Teil der Welt zu produzieren. Aber zwangsläufig steigt damit der Anspruch. Die theoretische Auseinandersetzung muß darum eine neue Qualität erfahren. Wer hat, der hat Das Nationale Kinderfilmfestival in Gera bietet hervorragende Möglichkeiten dazu. Indem bedeutende gesellschaftliche Einrichtungen dieses Vorhaben unterstützen und fördern, zeigen sie, welches Interesse die sozialistische Gesellschaft an einer kontinuierlichen Entwicklung dieses Zweiges der Kunst hat. Ich weiß aus Erfahrung, daß uns einige Kollegen des Bereiches Dramatische Kunst beim Fernsehen der DDR und genauso Kollegen des DEFA-Splelfilm-Studios zu Recht um diesen Erfahrungsaustausch und um den Wettstreit beneiden. Hier trifft sich eine Gruppe von Künstlern, die sich auf dem Gebiet des Kinderfilms in Kino und Fernsehen über Meinungsstreit und Auseinandersetzung in Bewegung hält, zugunsten einer sozialistischen Bildung und Erziehung der Kinder unseres Landes. Kein Schmoren Im eigenen Saft - in Gero berühren sich die verschiedensten Ausdrucksformen der Film- und Fernsehkunst, ergänzen sich, führen sich weiter, polarisieren sich. Standpunkte werden vertreten. Man fördert Achtung und Respekt vor den Kollegen, scheut aber auch nicht die Auseinandersetzung, die harte Kritik, die weh tut, aber auch vorantreibt. Und dann: die Begegnung mit dem Zuschauer Für ihn wird schließlich all das gemacht. Er ist Prüfstein. Rarer Humor Zum zweiten Mol fand die.^ Begegnung statt. Es gibt neu' Erfahrungen. Altes wird heut vielleicht sachlicher bewerifef Für mich wird immer deutliche Die klar übersehe ubare Fab^i mit emotional tiefbewegende Wirkung hat noch mehr an ß«' den gewonnen. Plotte Beleh rung stößt auf immer schroffere Ablehnung. Humor und Utopi. sches sind nach wie vor rar, be ziehungsweise gar nicht verband den.