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VORWORT
D
IE VORLIEGENDE VERÖFFENTLICHUNG ist das Ergebnis eines erstmalig unternommenen Versuches, die Gesamtbestände der europäischen Malerei in polnischen, vornehmlich öffentlichen Samrahmgen zu überblicken, zu sichten und wissenschaftlich zu bearbeiten.
Das so entstandene Buch beabsichtigt, dem Leser die wertvollsten, in pobiischem Besitz vorhandenen Werke der europäischen Malerei in möglichst umfang- und aufschlußreicher Auswahl zugänglich zu machen, sowohl durch die mit tunlichst großer Sorgfalt ausgeführten Reproduktionen wie auch den unumgänglichen wissenschaftlichen Apparat, der die gegenwärtigen Forschungsergebnisse hinsichtlich der reproduzierten Werke möglichst voll zu berücksichtigen sucht. In einem noch so umfangreichen Buche konnten begreiflicherweise nicht alle künstlerisch wertvollen Werke berücksichtigt werden. Der Leitgedanke bei der Auswahl der Bilder wurde von demWunsche bestimmt, das Material so zu ordnen, daß es nicht nur den Anforderungen einer wissenschaftlichen Inventarisierung Genüge leistet, sondern daß die darin reproduzierten Werke — freilich nur in dem Grade, wie es die Bestände unserer Kunstsammlungen gestatten— den historischen Entwicklungsgang der europäischen Malerei veranschaulichen.
Das Streben nach Wahrung des inneren Gleichmaßes zwischen den didaktischen und den rein wissenschaftlichen Zielen dieser Veröffentlichung legte u.a. auch deren zeitlich bestimmte Grenze fest. Klar und möglichst konsequent konnte die Entwicklung der europäischen Malerei an Hand des polnischen Bildmaterials lediglich im Zeitraum von fünf Jahrhunderten — seit den Anfängen des 14'. bis gegen die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts — dargestellt werden. Wollten wir über die Grenze des 18. Jahrhunderts etwas weiter hinausgehen, so hätten wir nur zufällige Werke aufzuweisen, disiecta memhra, die in keinem sichtbaren Zusammenhang mit ihrer Entstehungszeit auftreten und im allgemeinen auch keinen hohen Kunstwert haben. Diese Tatsache hat ihre tiefere Ursache; sie ist die selbstverständliche und natürliche Folge der spezifischen historischen Verhältnisse, in denen sich die Sammeltätigkeit in Polen entwickelte und die Keime der öffentliclien Sammlungen sich formten.
Aus der zeitlichen Beschränkung erfolgte zugleich die Notwendigkeit, die in unsere]-Veröffentlichung vertretenen Künstlerschulen auch in territorialer Hinsicht zu begrenzen : die böhmische Schule konnte nur mit zwei Bildern aus ihrer Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert sowie einem aus dem 17. Jahrhundert stammenden