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Jörg-Dieter Kogel Vorbemerkung Wir haben kein anderes Ziel, als im Schutze der europäischen Kultur die wahren Werte der europäischen Kinematographie zu fördern, damit ihnen genügend Beachtung geschenkt wird und damit sie alle Teile der Welt erreicht, um die europäische Filmkultur zu repräsentieren (Aus dem Appell europäischer Regisseure anläßUch der erstmaligen Verleihung des Europäischen Filmpreises in Berlin 1988)Die Weltmacht des Kinos heißt Amerika. Aber die Wurzeln der Filmkunst liegen in Europa, wo die Kinematographie geboren wurde und bis heute Träger vielfältiger kultureller Ausdrucksformen und Lebensideale sowie der Menschen- und Weltsicht des Kontinents geblieben ist. Gleichwohl steckt das europäische Kino in einer Krise, es leidet unter den neuen Medien, vermehrten Spielfilmausstrahlungen auf allen Fernsehkanälen und einem bisweilen drastischen Publikumsschwund ebensosehr wie unter der Übermacht der amerikanischen Major Companies, die den europäischen Markt souverän beherrschen. An Versuchen, dem europäischen Film aufzuhelfen, hat es nicht gemangelt: Gegen die Marktdominanz Hollywoods wurden die ökonomischen Entfaltungsmöglichkeiten gefördert, zur Hebung des Selbstbewußtseins der europäischen Filmnationen ein europäischer Filmpreis gestiftet, der 1988 erstmals in Berlin vergeben wurde und die Utopie eines europäischen Films ohne nationale Egoismen beschwor. Das Herzstück des europäischen Kinos ist nach wie vor der Autorenfilm, der gegen den trivialen Hang des US-Kinos zur Unterhaltung und gegen dessen willkürliche Vereinfachung der Geschichte zu Stones entstanden ist.Europäisch heißt hier: nicht Aufgabe nationaler Identitäten für eine im Grunde illusionäre europäische Gemeinsamkeit, sondern gemeinsames Aufbegehren gegen die Uniformität der allgegenwärtigen Unterhaltungsindustrie und eines internationalen Medienverbunds bei gleichzeitiger Wahrung der Individualität. In diesem Sinne versteht sich auch die vorliegende Sammlung von Porträts europäischer Filmregisseure. Vorgestellt werden achtzehn Filmemacher, die den Autorenfilm mitbegründet haben und ihm in den letzten dreißig Jahren unverwechselbare Konturen verliehen haben. Die Auswahl wurde auf noch lebende und arbeitende Regisseure beschränkt und konzentriert sich auf die Tradition des' Autorenfilms, wie er sich in Westeuropa herausgebildet hat..i ,1