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Die Musik des Eugen Onegin" empfinden wir in iiirer unversiegbaren Frische immer wieder von neuem, so wie uns jedes Jahr von neuem die Frische des Frühjahrs entzückt. Mitunter mag es scheinen, als sei uns jede Einzelheit der Partitur bekannt und in ihrer Wirkung schon leicht verblaßt, da fällt uns die Partitur von neuem in die Hände, und von neuem weht aus der Musik die Frische des Frühlings und der Reiz des Neuen entgegen wie von dem ersten grünen Busch des erblühenden Flieders! Es ist seltsam: in dieser Musik gibt es kein besonderes...
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Die Musik des Eugen Onegin" empfinden wir in iiirer unversiegbaren Frische immer wieder von neuem, so wie uns jedes Jahr von neuem die Frische des Frühjahrs entzückt. Mitunter mag es scheinen, als sei uns jede Einzelheit der Partitur bekannt und in ihrer Wirkung schon leicht verblaßt, da fällt uns die Partitur von neuem in die Hände, und von neuem weht aus der Musik die Frische des Frühlings und der Reiz des Neuen entgegen wie von dem ersten grünen Busch des erblühenden Flieders! Es ist seltsam: in dieser Musik gibt es kein besonderes Kapitel", das von der Natur handelt, für ihre Beschreibung ist kein eigens dafür bestimmter Platz vorgesehen, was selbst bei einem solchen Meister des Stils wie Turgenjew vorkommt. Und dodi kaum fällt uns Tschaikowskis Onegin" in den Sinn, da klingt uns auch schon aus vielen der besten Seiten seiner Partitur die Natur Rußlands entgegen, und wir empfinden ihre Lyrik hier genau so, wie unser Auge das Lyrische in den besten Landschaften der russischen Malerei wahrnimmt. Tschaikowski handelt so, wie es Tschechow getan hatte: Wozu das unvermeidliche Kapitel, wozu lange Perioden, eingehende Beschreibungen, wenn es genügt, hinzuweisen und anzudeuten, um alles in unserer Phantasie lebendig werden zu lassen sie wird schon selbst alles zu Ende sagen. Die paar Worte Lenskis Wie schön ist's hier! Ich liebe diesen alten schattenreichen Garten!" wiegen mehrere symphonische Tondiditungen auf, die der Beschreibung der Natur gewidmet sind. Wenn im zweiten Bild der Morgen heraufdämmert, weckt in uns die Hirtenschalmei milt ihrer ungekünstelten Weise das Bewußtsein der Erinnerung an viele, viele solcher Morgen inmitten der schlichten Schönheit der russischen Landschaft. Ein paar Töne vor Beginn des Mädchenchores, zwei, drei feinfühlige Intonationen in der idyllischen Weise dieses Chores selbst, feinfühlig in dem Sinne, als mit ihnen in der Seele des Hörers die Empfindung des Sommers entsteht das genügt, um hinter dieser Musik all das aufklingen zu lassen, was uns in Garten und Park und Wald vertraut, bekannt und doch immer wieder neu ist, wenn die Zeit gekommen ist, da es einem wieder einmal um den Frühling leid tut", in den Tagen, da man die Beeren vom Strauch pflückt und die Zeit der vollen Reife ein Vorbote des Herbstes nicht mehr fern ist. Und dann klingt auch schon das herbstliche Zwielicht eines Petersburger Morgens auf: monoton wie ein Schlag des Pendels auf seinem vorgezeichneten Wege schwingen in symmetrischer Bewegung Flöte und Klarinette hin und her und leiten das Vorspiel zum letzten Bilde ein.

Termékadatok

Cím: Eugen Onegin [antikvár]
Szerző: Peter Tschaikowsky Pjotr Iljics Csajkovszkij
Kiadó: Deutsche Staatsoper
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 150 mm x 210 mm
Peter Tschaikowsky művei
Pjotr Iljics Csajkovszkij művei
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