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VORWORT
Die Ausstellung «Kunst der Etrusker» in Zürich, die dank der unermüdlichen Initiative des Zürcher Kunsthausdirektors Dr. René Wehrli und der großzügigen Unterstützung durch die italienischen Behörden, den Vatikan und die Museen anderer Länder zustande kam, bedeutet für unsere Kenntnis jenes geheimnisvollen Volkes ein außerordentliches Ereignis. Wie der hervorragende Etruskologe Professor Pallottino, Rom, in seiner Einleitung zum Ausstellungskatalog betont, Ist es «das erste Mal, daß diese Welt in allen ihren Erscheinungsformen einem weiten Kreis dargeboten wird. Die Schau hat denn auch keine vergleichbaren Vorläufer, sowohl hinsichtlich der Qualität als In bezug auf die Quantität des versammelten Kunstgutes. Zwar wurde hie und da etruskische Kunst aus einzelnen Sammlungen gezeigt, doch vorwiegend in rein regionalem Zusammenhang und meistens im Verein mit anderen, nlchtetruskischen Werken. Und dann ging es fast ausschließlich um Sonderaspekte des kulturellen Lebens oder um technische Belange der Malerei, der Plastik und der Goldschmiedearbelten. Jetzt aber gelangen alle wesentlichen Seiten des Themas zu wohlbedachter Entfaltung. Für Liebhaber wie für Fachleute ergibt sich also die einmalige Möglichkeit, die charakteristischsten, vielbesprochenen Erzeugnisse einer faszinierenden Kultur kennenzulernen, die Im Grunde ja immernoch umstritten und wenigen wirklich bekannt ist. Keine der berühmten etruskischen Kollektionen in europäischen oder amerikanischen Museen wäre, für sich allein, imstande, ein derart erschöpfendes Bild zu veranschaulichen, wie es diese genau überlegte Anthologie tut».
Es lag nahe, die einzigartige Versammlung eines so umfassend ausgewählten Kunstgutes an einem Ort zur Herstellung eines Abbildungswerkes zu benutzen, das etwas von dem überwältigenden Gesamteindruck über die einmalige Gelegenheit hinaus festhält. Die vorliegende Publikation stellt nicht den Anspruch, ein selbständiger neuer Beitrag zur Etruskerforschung zu sein; sie beschränkt sich auf die Wiedergabe des Eindrucks, den die Schau im Zürcher Kunsthaus vermittelt, entspricht darin allerdings dem durch ein internationales Kollektiv führender Archäologen festgelegten gegenwärtigen Stand der Wissenschaft.
Die Auswahl der Abbildungsvorlagen aus insgesamt 458 Katalognummern mußte vom Verlag während der Vorbereitung der Ausstellung getroffen werden. Das Bild der in Zürich gezeigten Kunstwerke wird abgerundet durch einige Aufnahmen etruskischer Siedlungen, Gräber und Fresken. Professor Pallottino, der auf italienischer Seite die Vorbereitung der Ausstellung leitete, hat für unser Buch eine neue zusammenfassende Darstellung der Etrusker und Ihrer Kultur geschrieben, und die Bilderläuterungen bearbeiteten Dr. H. Jucker und I, Jucker im Anschluß an den ebenfalls von Ihnen betreuten Ausstellungskatalog. Die Aufnahmen der Abbildungen 2-13, 15 und 87 verdanken wir Herrn Walter Dräyer und dem Entgegenkommen des Kunsthauses Zürich; die Photos für die Bilder 14, 16 und 17 und für die beiden Farbtafeln nach Fresken stellte die Firma Braun & Cie. In Mülhausen zur Verfügung.
Martin Hürlimann