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In der staatlichen Sammlung moderner Meister in München Josef hing im ersten Jahr nach dem Krieg mehrere Monate hindurch in Saal VI ein groBes Gemalde, vor dem sich oft Leute ansam-melten. Es stellte dar einen kráftigen Mann in mittleren Jahren, der, ein starkes Lácheln um die festen Lippen, aus langen, tief-liegenden Augen auf eine Schar von Mánnern schaute, die ge-kránkt vor ihm standén. Es waren áltere Manner von gehaltenem Aussehen, die Gesichter verschieden: offen, verkniffen, gewalt-tatig, behaglich. Eines aber hatten alle gemeinsam. Sie standén fest und satt da, bieder, überzeugt von sich und ihrer Sache. Es war offenbar ein übler MiBgriff vorgekommen, sodaB sie mit Recht beleidigt, ja erbittert waren. Nur ein ganz junger Mensch unter ihnen, trotzdem ihn diePoIizisten imHintergrund besonders scharf beobachteten, hatte nicht diese gekrankte Miene. Vielmehr schaute er aufmerksam und vertrauend auf den Mann mit den langen Augen, der hier sichtlich als Herr und Richter fungierte.
Die Menschen des Bildes und ihre Erlebnisse muteten bekannt an und fremd zugleich. Ihre Kleider konnten auch heute getragen werden, doch war mit Sorgfalt alles Modische vermieden, sodaB man nicht erkannte, welchem Volk und welcher Zeit sie angehör-