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Henry Schumann James Ensor
Die «Patres» der modernen Kunst unseres Jahrhunderts -wurde einmal behauptet - waren Cézanne, Gauguin, van Gogh und Seurat. Ein weiterer Name ließe sich hinzufügen: James Ensor. Aber die Außenseiterposition dieses Künstlers, bedingt vor allem durch seine absonderlichen Bildwelten, hat wohl dazu beigetragen, daß jene formalen Neuerungen, die auch er in seinem Werk bereitstellte, sich nicht so rasch und nicht in so starkem Maße auf den Frühexpressionismus auswirken konnten, wie dies etwa bei Gauguin, van Gogh oder auch Edvard Münch der Fall war. Dennoch haben die Maler der Brücke, außerdem Emil Nolde und wohl auch Paul Klee in ihren Anfängen schon manches von ihm gelernt. "War Ensor doch einer der ersten unter den Künstlern, die im späten 19. Jahrhundert zur «Befreiung der Farbe» übergingen und die reinen, ungebrochenen Farben einsetzten. Und auch die Surrealisten billigten ihm dann eine Rolle unter ihren Vorläufern zu. Vor allem aber die Gestalter des Grotesken verehrten Ensor, und seine einzigartige Graphik inspiriert nicht selten auch Künstler unserer Gegenwart.
Bei allem blieb Ensor für den Kreis von Kunstliebhabern eine Art «Geheimtip». Und erst die Neubewertung des 19. Jahrhunderts durch die Kunsthistoriker lenkte das Interesse verstärkt auf ihn. Es kam dann seit Beginn der fünfziger Jahre zu Würdigungen seiner Kunst in umfassenden Retrospektiven. Besonders auch die Tiefenpsychologie versuchte, Persönlichkeit und Schaffen Ensors zu enträtseln.