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Max von Boehn - England im Achtzehnten Jahrhundert [antikvár]

England im Achtzehnten Jahrhundert [antikvár]

Max von Boehn

 
Revolutionen sind Naturereignisse, die keiner Rechtfertigung bedürfen, man kann nur ihre Ursachen untersuchen. Wer sich mit der englischen Staatsumwälzung von 1688 beschäftigt, welche englische Historiker so gern die „glorreiche" Revolution nennen, der wird über ihre Notwendigkeit picht im Zweifel sein, er wird sich höchstens wundem, daß sie nicht früher eintrat. Selten hat eine regierende Familie für ihren Beruf so viel Unfähigkeit mitgebracht als die Stuarts, selten hat ein Volk eine solche Masse von Torheit, Verkehrtheit und...
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Revolutionen sind Naturereignisse, die keiner Rechtfertigung bedürfen, man kann nur ihre Ursachen untersuchen. Wer sich mit der englischen Staatsumwälzung von 1688 beschäftigt, welche englische Historiker so gern die „glorreiche" Revolution nennen, der wird über ihre Notwendigkeit picht im Zweifel sein, er wird sich höchstens wundem, daß sie nicht früher eintrat. Selten hat eine regierende Familie für ihren Beruf so viel Unfähigkeit mitgebracht als die Stuarts, selten hat ein Volk eine solche Masse von Torheit, Verkehrtheit und Schlechtigkeit länger und geduldiger ertragen. Pflichtvergessenheit und Willkür hatten Karl I. Krone und Kopf gekostet, eine Lehre, die an seinen Söhnen verloren war. Ohne sein Zutun fiel Karl II. die von seinem Vater verscherzte Krone in den Schoß, aber er bestieg den Thron mit keinem andern Gedanken als dem jenes Mannes im Evangelium, der zu sich sprach: Iß und trink, wer weiß, wann man Deine Seele von Dir fordert. Insofern allerdings war die Regierung dieses Mannes, der sich in allen Lüsten wälzte, den das sittenstrenge und kirchlich gesinnte Volk verachten mußte, wie Buckle ironisch sagt, der Sache der nationalen Freiheit überaus günstig. Das Beispiel, das vom Thron herab gegeben wurde, öffnete auch den treuesten Anhängern des Königtums die Augen und ließ sie die Gefahren erkennen, welche der Nation von Seiten eines Herrschers drohten, der unbekümmert um Wohl und Wehe seines Landes nur dem Genuß nachjagte und ihm sogar die Ehre opferte. Als mit Jakob II. ein engherziger und bigott beschränkter Convertit an die Stelle des leichtfertigen Wüstlings trat, war die Katastrophe, der das Königtum der Stuarts zueilte, schon nicht mehr aufzuhalten. Dieses Geschlecht war blind für die schönen Aufgaben, die seine Bestimmung ihm zudachte, es verstand weder seine Zeit noch sein Volk. Die stärksten Impulse englischen Empfindens lagen in dem strengen Festhalten am protestantischen Bekenntnis oder schärfer ausgedrückt in der Abneigung gegen die Papstkirche und in dem Hasse gegen Frankreich. Weder Karl II. noch sein Bruder haben es erkannt oder erkennen wollen. Der eine machte sich und sein Kabinett zum gehorsamen Diener der 1*

Termékadatok

Cím: England im Achtzehnten Jahrhundert [antikvár]
Szerző: Max von Boehn
Kiadó: Askanischer Verlag
Kötés: Aranyozott kiadói egész vászonkötés
Méret: 210 mm x 260 mm
Max von Boehn művei
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